Gewinnsprung Zukauf stärkt Software AG

Die Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Webmethods zahlt sich für die Software AG bereits aus. Im zweiten Quartal konnte der nach SAP zweitgrößte deutsche Softwarehersteller seinen Umsatz und Gewinn deutlicher steigern, als von Analysten erwartet.

Darmstadt - Der Umsatz sei von 121 Millionen Euro vor einem Jahr auf 155 Millionen Euro gestiegen, wie die Software AG  am Freitag mitteilte. Zwischen 13 und 14 Prozent des Umsatzwachstums seien organisch gewesen, berichtete Finanzvorstand Arnd Zinnhardt. Die anderen rund 13 Prozentpunkte verdanke das im TecDax  notierte Unternehmen den Zukäufen von SPL und Webmethods.

Der richtungsweisende Lizenzumsatz legte von 41 auf 57 Millionen Euro zu. Beim Wartungsumsatz verbesserte sich die Software AG von 47 auf 51 Millionen Euro.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg von 30 auf 39 Millionen Euro. Die Ebit-Marge kletterte damit von 24 auf 25 Prozent. Unterm Strich stieg der Überschuss von 19 auf 25 Millionen Euro. Auf die einzelne Aktie gerechnet ergibt das einen Gewinnanstieg von 69 auf 86 Cent.

Zinnhardt bekräftigte die Anfang Juni angehobene Jahresprognose. Demnach erwarten die Darmstädter beim Gewinn pro Aktie 3,10 bis 3,25 Euro. Beim Umsatz stellt das Unternehmen einen Zuwachs von 30 bis 35 Prozent in Aussicht. "Das gute zweite Quartal haben wir schon erwartet, als wir im Juni unsere Jahresziele heraufgestuft hatten", sagte Zinnhardt. Die weitere Entwicklung müsse abgewartet werden. "Wenn wir im Oktober die Zahlen für das dritte Quartal bekannt geben, werden wir uns noch mal die Prognose anschauen." "Das dritte Quartal ist gut angelaufen", sagte Zinnhardt.

Verhaltenes Geschäft in Deutschland

Die Integration von Webmethods laufe nach Plan, hieß es aus Darmstadt. Das amerikanische, auf SOA-Software spezialisierte Unternehmen wird seit Anfang Juni konsolidiert und lieferte bereits einen positiven Gewinnbeitrag. In den USA, wo Software AG rund 40 Prozent des Umsatzes erziele, werde der Umsatzanteil jetzt noch dominanter, sagte Zinnhardt. Die "Vertriebsmacht" sei mit Webmethods verdoppelt worden. Zudem konnten die Darmstädter mit ihren bisherigen Crossvision-Produkten durch die Übernahme der in den USA akzeptierten Marke Webmethods punkten. Crossvision kommt als Name der SOA-Produkte nicht mehr vor.

In Deutschland sei das Geschäft hingegen verhalten gelaufen, sagte Zinnhardt. Im Heimatmarkt seien die Darmstädter hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben. Er sieht aber keine Abkühlung im deutschen Markt und hofft, im dritten Quartal jene entgangenen Aufträge unter Dach und Fach zu bringen.

In den ersten Handelsminuten fiel die Aktie in einem sehr schwachen Markt um unterdurchschnittliche 1,5 Prozent auf 71,56 Euro. Der TecDax verlor indes 2,1 Prozent auf 880,52 Punkte. "Die Zahlen waren gut und sind insgesamt etwas besser als von uns am Markt erwartet ausgefallen", sagte Analyst Michael Bahlmann von M.M. Warburg.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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