Neuer O2-Chef Smith streicht 700 Stellen

Nur einen Monat nach seiner Amtsübernahme greift der neue O2-Chef Jaime Smith hart durch. Bei dem nach Kundenzahl kleinsten Mobilfunker Deutschlands sollen Hunderte Stellen gestrichen werden. Damit reagiert der Manager auf die ersten Umsatzrückgänge in der Geschichte des Unternehmens.

München - Etwa 700 der 4700 Arbeitsplätze würden zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit gestrichen, teilte O2 Germany am Montag mit. Vor allem in der Verwaltung und in den Bereichen Technik und Marketing sollen Stellen gestrichen werden.

Der Stellenabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen bis Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden, sagte ein Sprecher. Rund zwei Drittel der betroffenen Stellen sollen noch in diesem Jahr abgebaut werden. Den betroffenen Mitarbeitern bietet O2 Abfindungen an. Der spanische Mutterkonzern Telefónica  verspricht sich von den Einschnitten Einsparungen in Höhe von 110 Millionen Euro.

Der Umsatz von O2 war zum Start ins neue Geschäftsjahr erstmals gesunken. Kurz darauf trennte sich das Unternehmen von dem langjährigen Chef Rudolf Gröger, der wegen der hohen Kosten zunehmend von der spanischen Muttergesellschaft unter Druck gesetzt wurde. Der nach Kundenzahl kleinste Mobilfunkbetreiber Deutschlands drohte weiter hinter dem drittgrößten Handyanbieter E-Plus zurückzufallen, der mit einer Mehrmarkenstrategie (Base, Simyo) bei den Kunden punktet.

Auch Veronika Ferres leidet unter der neuen Sparsamkeit

Mit einem Umbau der Konzernführung will Vorstandschef Smith O2 auf die Erfolgsspur zurückführen. So ist die Gründung eines neuen Bereichs für Produktentwicklung geplant. "Mit unserer neuen Managementstruktur können wir schneller und flexibler auf Veränderungen reagieren", sagte Smith.

In der Vergangenheit hatten die Münchener erst mit Verspätung auf viele Tarifentwicklungen reagiert. Am Mittwoch will O2 eine Flatrate für Sprachtelefonate präsentieren und damit Monate später als E-Plus.

Die neue Sparsamkeit bei O2 bekommt auch die Schauspielerin Veronika Ferres zu spüren. "Den Ende August auslaufenden Vertrag werden wir nicht verlängern", sagte der Konzernsprecher. Damit hat die Gesellschaft keine Prominenten mehr für ihre Werbung unter Vertrag.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters