Premiere Prognose gesenkt

Erst am Mittwoch stimmte das Bundeskartellamt der Kooperation von Premiere und Arena zu. Nun hat Premiere überraschend seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Gleichzeitig senkte der Bezahlsender die Prognose für das laufende Jahr.

Frankfurt am Main/München - Der Bezahlfernsehsender Premiere  hat nach der Zustimmung des Kartellamts zu der Kooperation mit Arena seine Prognose für das Geschäftsjahr korrigiert. Bis Ende Dezember solle der Umsatz auf 1,04 bis 1,05 Milliarden Euro steigen, teilte das Unternehmen mit. Die Abonnentenzahl soll bis zum Jahresende auf 4,4 Millionen zulegen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde zwischen 80 und 100 Millionen Euro liegen, prognostizierte Premiere.

Bis Ende 2008 will Premiere die Abonnentenzahl auf 4,75 Millionen steigern. Für das kommende Jahr erwartet der Bezahlsender bei einem Umsatz von über 1,2 Milliarden Euro ein Ebitda zwischen 180 und 200 Millionen Euro. Bislang hatte das Unternehmen für 2007 mit einem Ebitda zwischen 120 Millionen und 140 Millionen Euro und für 2008 mit über 200 Millionen Euro gerechnet.

Erst am gestrigen Mittwoch hat das Bundeskartellamt die Vertriebsvereinbarung von Premiere mit dem Konkurrenten Arena akzeptiert. Das Modell sieht vor, dass Arena seine Exklusivrechte für die Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga für die kommenden zwei Spielzeiten an Premiere sublizenziert. Außerdem übernehme Premiere die bisher von Arena gehaltenen TV-Rechte an der spanischen Primera División und der englischen Premier League, teilte das Unternehmen mit. Im Gegenzug hatte sich Unitymedia bereits an Premiere beteiligt. Wie das Unternehmen mitteilte, wolle es seinen Anteil von 16,7 Prozent auch weiterhin halten und damit größter Einzelaktionär von Premiere bleiben. Spätestens zum Ende der Laufzeit der Bundesliga-Rechte sollen die Aktien aber verkauft werden.

Verluste durch Wartezeit

Premiere begründete die Anpassung der Prognose für 2007 unter anderem mit der über Monate auf Kartellamtsdruck ausgesetzten Vermarktungspartnerschaft mit Unity Media. So hätten Umsätze in der Größenordnung von 20 Millionen bis 25 Millionen Euro nicht realisiert werden können. Außerdem kündigte der Sender, der jetzt per Sublizenz Bundesliga-Fußball ausstrahlen kann, "substanzielle Investitionen" in Marketing und Vertrieb an.

Der Verlust der Bundesliga-Rechte spiegelt sich derweil im Umsatzrückgang des zurückliegenden zweiten Quartals deutlich wieder. Nach vorläufigen Zahlen lagen die Erlöse in dieser Zeit mit 229,1 Millionen Euro knapp 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das Ebitda verbesserte sich hingegen auf 10,2 Millionen Euro, nach einem Minus von 21,8 Millionen Euro. Der Nettoverlust schrumpfte auf 32,6 Millionen Euro, nach 138,8 Millionen Euro im zweiten Quartal des Vorjahres. Die Zahl der Abonnenten legte um rund 12.600 auf 3,47 Millionen Kunden per Ende Juni zu. Endgültige Zahlen für das zweite Quartal will das Unternehmen am 9. August veröffentlichen. Die Aktien von Premiere fielen am Donnerstag im frühen Handel zeitweise um 2,82 Prozent auf 19,12 Euro.

Unity Media profitiert

Unity Media profitiert

Anders sieht die Situation für Unity Media aus. Die Arena-Mutter profitiert deutlich stärker als zunächst erwartet von der am Mittwoch vom Bundeskartellamt genehmigten Kooperation mit dem Bezahlsender Premiere. Insgesamt seien die neuen Vereinbarungen für Unitymedia finanziell deutlich vorteilhafter, als im ursprünglichen Kooperationsmodell vorgesehen, teilte das Kölner Unternehmen mit.

Zusätzlich zu den bereits im Februar ausgegebenen 16,4 Millionen Premiere-Stammaktien, entsprechend 16,7 Prozent aller Premiere-Anteile, erhalte Arena nun eine Sublizenzgebühr "in bedeutender Höhe". Unterm Stricht bringe der nachgebesserte Abschluss Unity Media 100 Millionen Euro mehr ein, als die ursprünglich vereinbarte Kooperation, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Derweil wurde bekannt, dass Arena seine Redaktion für die Fußball-Bundesliga weitgehend auflösen will. Rund 30 der 50 festen Arbeitsplätze fiellen weg, sagte Parm Sandhu, Geschäftsführer von Unity Media.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp und reuters

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