Premiere Zurück im Spiel

Der Bezahlsender Premiere hat vom Bundeskartellamt grünes Licht für die Kooperation mit seinem Wettbewerber Arena erhalten. Damit kann Arena die erworbenen Senderechte für die kommenden zwei Spielzeiten auf Premiere übertragen.

Düsseldorf/München - Der Bezahlfernsehsender Premiere  darf ab der neuen Saison Saison wieder live über die Fußball-Bundesliga berichten. Das Bundeskartellamt hat am Mittwoch die dafür nötige Vereinbarung von Premiere mit dem Konkurrenten Arena akzeptiert. Das Modell sieht vor, dass Arena seine Exklusivrechte für die kommenden zwei Spielzeiten an Premiere sublizenziert. Premiere werde das Programm künftig wieder produzieren und an Arena weitergeben.

"Kooperationen der beiden einzigen aktuellen Wettbewerber sind kein Idealfall", sagte Behörden-Chef Bernhard Heitzer. Da die Zusammenarbeit aber bis zum 30. Juni 2009 befristet sei und nach den neuen Absprachen der beiden Sender Wettbewerb möglich und wahrscheinlich sei, habe die Behörde zugestimmt.

Nach Ansicht der Behörde bleiben zwei Satellitenplattformen und zwei Programmanbieter im Kabel bestehen. Damit bestehe die Möglichkeit, dass unterschiedliche Programme zu unterschiedlichen Preisen angeboten würden.

Das Kartellamt bezog in seine Entscheidung auch ein, dass die Untersagung der Kooperation wahrscheinlich zu einer Rückgabe der Lizenz an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) geführt hätte. Eine Neuvergabe der Rechte bis zum Saisonstart am 10. August wäre in diesem Fall schwierig geworden, sodass Fußballfans möglicherweise keine Live-Übertragungen der Bundesliga im Fernsehen hätten sehen können.

Börse regierte erfreut

Premiere hatte bei der Vergabe der Exklusivrechte im Dezember 2005 gegen Arena den Kürzeren gezogen und in der Folge massiv Abonnenten verloren. Arena kam bei der Gewinnung von Abonnenten allerdings nicht so gut voran wie gehofft. Daher vereinbarten die Kontrahenten zunächst eine Kooperation für die Übertragung im Kabel. Im Februar folgte eine weitere Abmachung, auf deren Basis Premiere die Bundesliga auch wieder live über Satellit zeigen konnte. Diese Vereinbarung lag aber wegen Bedenken des Kartellamtes auf Eis.

Am Aktienmarkt kam die Genehmigung des Kartellamtes gut an. Die Premiere-Papiere legten um 4 Prozent auf knapp 20 Euro zu. Premiere könne nun wieder Kunden gewinnen, sagte ein Händler. "Premiere ohne Fußball-Bundesliga kann man vergessen", unterstrich ein anderer Börsianer.

Premiere und Arena äußerten sich zu dem Kartellamtsbeschluss nicht näher. "Wir begrüßen, dass das Kartellamt den Vorgang abgeschlossen hat", sagte ein Sprecher der Arena-Muttergesellschaft Unitiy Media. Premiere will nach Angaben eines Sprechers die Entscheidung der DFL sowie von Vorstand und Aufsichtsrat abwarten.

Die DFL betonte, die ursprünglich geplante Lösung mit Arena als redaktionell eigenständigem Sender zu bevorzugen. "Für die Zukunft hoffen wir auf eine klare Richtung, die Planbarkeit für Investoren, Medienpartner, die Vereine, vor allem aber die Fans garantiert", sagte Liga-Präsident Wolfgang Holzhäuser.

manager-magazin.de mit Material von reuters