Vodafone/Simyo Lästereien über Congstar

Kurz nach dem Start der neuen Telekom-Billigmarke Congstar melden sich auch die Wettbewerber zu Wort. Vodafone-D2-Chef Friedrich Joussen kritisiert den hohen Minutenpreis und Simyo-Vorsteher Rolf Hansen befürchtet, dass die Deutsche Telekom extrem viel Geld in die Hand nehmen muss, um die Marke bekannt zu machen.

Düsseldorf - "Ich halte nichts von Mehr-Marken-Strategien", sagte Deutschlandchef Friedrich Joussen der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). Eine Billigmarke könne gefährlich sein, wenn sie die Kernmarke kannibalisiere. Zudem seien die Vodafone-Preise im Schnitt günstiger als das Angebot von T-Mobile von 19 Cent pro Minute.

Die Deutsche Telekom  hatte am Dienstag ihre Billigmarke Congstar gestartet, die Mobilfunk, Festnetz und Internet zu günstigeren Preisen als der Mutterkonzern anbietet. Damit nehme die Telekom den Kampf gegen Discountanbieter auf, sagte Konzernchef René Obermann bei der Vorstellung des Angebots. Vodafone D2 hatte selbst die Gründung einer Billigmarke geprüft, die Pläne aber verworfen.

Auch Simyo-Chef Rolf Hansen zeigte sich zunächst wenig beeindruckt von der Telekom-Offensive. "Es wird schwer für Congstar werden, einen signifikanten Marktanteil zu erreichen", sagte Hansen dem "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe).

Die Kunden würden in dem gesättigten Markt zu 40 Prozent oder mehr von der Telekom kommen. "Ich glaube nicht, dass Leute von Simyo zu Congstar wechseln werden." Außerhalb der Flatrates sei der Congstar-Minutenpreis von 19 Cent vergleichsweise hoch.

Das Umsatzziel der Billigmarke hält Hansen daher für sehr ambitioniert. "Das würde bedeuten, das Congstar bis dahin mehr als drei Millionen Kunden haben müsste", so der Manager. Die Telekom werde extrem viel Geld in die Hand nehmen müssen, um die Marke bekannt zu machen.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa-afx und reuters

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