Sat.1 Stellen- und Programmschwund

Bei ProSiebenSat.1 wird der Jobabbau nach dem Zusammenschluss mit der europäischen Sendergruppe SBS konkret. Rund 200 Stellen sollen angeblich wegfallen. Gleichzeitig werden Nachrichtensendungen gestrichen.

München - Der Medienkonzern ProSiebenSat.1  plant angeblich den Abbau von konzernweit rund 200 Stellen. DER SPIEGEL berichtete vorab unter Berufung auf einen Insider von bis zu 200 Entlassungen nach dem Zusammenschluss mit der Sendergruppe SBS. Sat.1-Sprecherin Katrin Faßler sagte am Samstag auf Anfrage, sie könne die Angaben derzeit nicht kommentieren.

Die Zeitung "Euro am Sonntag" berichtete vorab unter Berufung auf Unternehmenskreise, der Konzern wolle nach der Hauptversammlung am Dienstag Einzelheiten für seine Pläne für einen Stellenabbau nennen. Vor allem der Standort Berlin mit den Sendern Sat.1 und N24 sei davon betroffen.

Die Kürzungen treffen nach Informationen des SPIEGEL vor allem die Nachrichten- und Informationssendungen. So sollten die Formate "Sat.1 am Mittag", "Sat.1 am Abend" und "Sat.1 News - Die Nacht" komplett wegfallen. Etwa 60 Mitarbeiter des Senders seien betroffen. Dies entspreche einem Viertel der Belegschaft. Hintergrund der Entlassungen seien der Renditedruck der neuen Eigentümer, der Finanzinvestoren KKR  und Permira.

Laut SPIEGEL soll der Betriebsrat am Montag über die Pläne informiert werden. "Euro am Sonntag" terminierte das Treffen auf Donnerstag. Für Freitag seien die rund 1300 Berliner Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung eingeladen, auf der es um die Kürzungen und Verhandlungen über einen Sozialplan gehe. ProSiebenSat.1 habe keine Stellungnahme abgegeben.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, verhandelt der Sender derzeit mit Nachrichtenchef Thomas Kausch über dessen Entlassung. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) hat der Moderator der "Sat.1 News" sein Büro bereits geräumt. Faßler zufolge befindet er sich seit Freitag in einem zweiwöchigen Urlaub.

Der damalige Sender-Geschäftsführer Roger Schawinski hatte Kausch als Teil einer "Informationsoffensive" zu Sat.1 geholt. Damit wollte Schawinski dem Sender ein neues Profil geben und dessen Glaubwürdigkeit stärken.

Insgesamt beschäftigt die Sendergruppe laut "Euro am Sonntag" 3500 Mitarbeiter. Vorstandschef Guillaume de Posch hatte Ende Juni angekündigt, dass der Zusammenschluss mit der europäischen Senderkette SBS auch einen Stellenabbau zur Folge haben werde. Er nannte damals aber keine Details.

manager-magazin.de mit Material von ddp