E-Commerce Shoppen like Beckham

Modeikone und Fußballer-Frau Victoria Beckham ist bekannt für ihre ausschweifenden Einkaufstouren. Im Internet stehen ihr die Deutschen in nichts nach. Nur Schweden und Norweger bestellen noch mehr Produkte im Netz. Problematischer sieht es dagegen hierzulande beim E-Government aus.

Berlin - Die Bundesbürger kaufen so fleißig über das Internet ein wie kaum eine andere Nation. In Europa nutzen nur Schweden und Norweger noch häufiger die Möglichkeit, via Mausklick Waren und Dienstleistungen zu bestellen. Dies ergab eine am Dienstag veröffentlichte TNS-Infratest-Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

Jeder Bundesbürger gab demnach 2006 im Durchschnitt 12.759 Euro im sogenannten E-Commerce aus. Damit platziert sich Deutschland weltweit an siebter Stelle. Im laufenden Jahr dürfte der Umsatz in dem Segment wie schon 2006 erneut um gut 80 Prozent wachsen.

Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland bereits 300 Millionen Euro mit dem Kauf von Musik über das Handy umgesetzt, das sind 15 Prozent des deutschen Gesamtmarkts. Bis 2010 soll der Umsatz auf über 500 Millionen Euro klettern.

Verbessert haben sich auch die Computerkenntnisse: 2005 lagen die Bundesbürger noch unter dem westeuropäischen Durchschnitt, im vergangenen Jahr aber schon 13 Prozent darüber. Die Forscher sprachen von einer "bemerkenswerten Entwicklung".

Beschäftigtenanteil unter EU-Durchschnitt

Die Pro-Kopf-Ausgaben in Deutschland für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) erreichen indes mit 1620 Euro gerade den Durchschnitt in Westeuropa; ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt aktuell 5,8 Prozent. In der Schweiz, Japan und den USA liegen die Ausgaben teils deutlich höher, was auch eine Folge der hiesigen Wachstumsschwäche der vergangenen Jahre ist.

Auch der Anteil der Beschäftigten in der heimischen Informations- und Kommunikationswirtschaft liegt um 38 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt der westeuropäischen Länder der EU-15. Absolut beschäftigt die IKT-Branche rund 776.000 Menschen, Unterhaltungselektronik ausgenommen. Grund ist die exzellente Arbeitsproduktivität. Dennoch zeichnet sich in den kommenden Jahren ein Fachkräftemangel in der Branche ab.

Ebenfalls unterdurchschnittlich ist das Angebot der staatlichen Stellen in Deutschland, Behördengänge und Verwaltungsverfahren über das Internet abzuwickeln: Beim sogenannten E-Gouvernment erreicht Deutschland nur 84 Prozent des europäischen Durchschnitts. Nur 32 Prozent der Bundesbürger und 49 Prozent der Unternehmen nahmen solche Dienste in Anspruch.

Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Joachim Wuermeling (CSU), sagte dazu: "Wir wissen, dass es hier Defizite gibt." Dies sei zum Teil auch der föderalen Struktur geschuldet. An Länder und Gemeinden appellierte er: "Hier müssen wir weiter kommen."

manager-magazin.de mit Material von ap

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