Kabelmarkt Kampf um Primacom

Im Wettstreit um den Mainzer Kabelanbieter Primacom hat die Luxemburger Holdinggesellschaft Escaline ein Übernahmeangebot abgegeben. Auch der Konkurrent Kabel Deutschland ist an Primacom dran.

Frankfurt am Main - Escaline will über ihre Tochtergesellschaft Orion Cable (Augsburg) den Mainzer Kabelanbieter Primacom  vollständig übernehmen. Der Kabelnetzbetreiber Orion Cable hat ein Übernahmeangebot für den Mainzer Rivalen vorgelegt. Das Bundeskartellamt hatte Anfang Juni den geplanten Einstieg des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland (KDG) bei Primacom vorläufig gestoppt.

Den Aktionären bietet Orion zehn Euro pro Anteilsschein, wie das Unternehmen am Sonnabend mitteilte. Am Freitag hatte die Primacom-Aktie bei 9,45 Euro leicht im Minus geschlossen. Vor Bekanntwerden eines möglichen Interesses von Orion an Primacom im März hatte die Aktie bei 7,88 Euro notiert.

Orion gehören bereits gut ein Viertel der Primacom-Anteile, nun will die Firma auf mindestens 50,1 Prozent des stimmberechtigten Kapitals aufstocken. 56 Prozent der Primacom-Aktien befinden sich in Streubesitz.

Orion ist Eigner der beiden Kabelnetzbetreiber Telecolumbus und EWT. Mit dem Kauf von Primacom, dem fünftgrößten deutschen Anbieter, will Orion seinen Marktanteil erhöhen und dem Rivalen Kabel Deutschland stärker Konkurrenz machen. "Die Zusammenlegung der Kabelnetze würde unsere geographische Abdeckung spürbar ausweiten und die gemeinsame Kundenbasis von 3,2 auf ungefähr 4,1 Millionen Haushalte vergrößern", sagte Robert Fowler, der Geschäftsführer der Orion-Mutter Escaline.

Im Mai hatte Orion den Kürzeren gezogen, als ein ehemaliger Primacom-Manager seinen knapp 15-prozentigen Anteil an der Firma verkaufte. Die Anteile gingen damals für zwölf Euro je Aktie an Kabel Deutschland. Kabel Deutschland wollte sich mit dem Aktienpaket strategische Optionen im Hinblick auf Primacom und eine mögliche Konsolidierung des TV-Kabelmarktes in Deutschland sichern.

Das Bundeskartellamt hatte den Verkauf allerdings für unwirksam erklärt, da die Behörde die Transaktion nicht genehmigt hatte. Derzeit läuft die Prüfung des Geschäfts.

manager-magazin.de mit Material von reuters