Freitag, 6. Dezember 2019

Apple Die größten Flops

3. Teil: Zu teure Luxusrechner

20th Anniversary Mac

Zum 20. Geburtstag der Firma offerierte Apple seinen treuesten Anhängern einen super-edlen Computer, bei dem man auf nichts verzichtete, was damals gut und teuer war: Im Inneren des Komplettrechners werkelte ein 250 Megahertz schneller PowerPC-Prozessor, dem zwei Megabyte Arbeitsspeicher und eine Zwei-Gigabyte-Festplatte zur Seite standen.

20th Anniversary Mac: Schöner Schmuck für Chef-Schreibtische
Herausragend war der integrierte SVGA-Flachbildschirm. So etwas kannte man seinerzeit nur von Highend-Notebooks. Neben einer Spezialtastatur mit integriertem Touchpad lag im Karton ein edel gestaltetes Bose-Acoustimass-Boxenset.

Trotz der auf 12.000 Stück limitierten Auflage des Jubiläums-Mac gelang es nur schwer, Käufer dafür zu finden. Der anfänglich mit knapp 7500 Dollar angesetzte Preis mag auch hier seinen Anteil daran gehabt haben. Um die letzten Lagerbestände loszuwerden, wurden diese bereits ein Jahr später zu einem Preis von 1998 Dollar verramscht.

Cube

Auch mit dem Cube, einem Computer in Würfelform, erlitt Apple Schiffbruch. Die gesamte Konstruktion des Würfelrechners war darauf ausgelegt, ihn lautlos zu machen. So wurde die Umgebungsluft an der Unterseite in den Rechner geleitet und verließ das Gehäuse durch Luftschlitze an der Oberseite. Durch Ausnutzung des Kamineffekts kam der Cube ganz ohne Lüfter aus.

Apple Cube: Schlecht erweiterbar und zu teuer
Trotz oder gerade wegen des Verzichts auf ein großes Gehäuse war der Cube teurer als ähnlich ausgestattete Standard-Macs. Da er zudem nur schlecht erweiterbar war, fiel er trotz seines gelungenen Designs bei der Kundschaft durch. Nach nur einem Jahr stellte Apple die Produktion ein. Cube-Fans hoffen bis heute auf eine Neuauflage. In der Windows-Welt feiert der Hersteller Shuttle mit ähnlich konzipierten PCs (allerdings mit Lüftern) heute Erfolge.

Copland

Unter dem Codenamen "Copland" startete Apple 1991 die Entwicklung eines vollkommen neuen Betriebssystems. Die Software sollte die damalige Mac-Systemsoftware mit der Bezeichnung "System 7" ablösen. Allerdings hatte man sich bei Apple wohl mehr vorgenommen, als zu schaffen war. So sollte das System mehrbenutzerfähig sein, mehrere Programme parallel abarbeiten und außerdem beim Absturz eines einzelnen Programms unbeeindruckt weiterarbeiten können.

Copland-Screenshots: Überambitionierte Vorgaben an die Programmierer
Über fünf Jahre zogen sich die Versuche der Programmierer hin, diese Anforderungen zu erfüllen - bis es 1996 endlich eingestellt wurde. Stattdessen entschied sich der damalige Apple-Chef Gil Amelio, die damals von Steve Jobs betriebene Firma Next zu kaufen, um das neue Apple-Betriebssystem auf deren Nextstep-System aufzubauen.

Ein für Amelio fataler Fehlentschluss, denn wenig später übernahm Jobs wieder das Ruder bei Apple und ließ Amelio ziehen. Nextstep hingegen wurde zur Grundlage des heutigen Mac OS X.

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