Sonntag, 15. Dezember 2019

Apple Die größten Flops

2. Teil: Im Wohnzimmer gescheitert

Power CD

Mit dem Power CD sprang Apple Börsen-Chart zeigen eilig auf den Multimediazug auf, der Anfang der 90er Jahre ins Rollen kam. Das Gerät konnte sowohl für sich als Audio- und Foto-CD-Player an Stereoanlage und Fernseher genutzt werden als auch via SCSI-Kabel als CD-ROM-Laufwerk an einem Mac laufen. Letzteres erwies sich aber häufig als schwierig, da man für das Power CD spezielle Treibersoftware brauchte, die an einigen Macs Probleme bereitete.

Apple PowerCD: Ein erster, zaghafter Schritt in Richtung Wohnzimmer
Für den Einsatz an Notebooks konnte das Laufwerk auch mit handelsüblichen Batterien betrieben werden. Als Hersteller für das mit dem Apple-Logo versehene Gerät fungierte seinerzeit Philips Börsen-Chart zeigen. Auch hier trug wieder der Preis in Höhe von 449 Dollar dazu bei, die Kundschaft auf wenige, zahlungskräftige Enthusiasten zu begrenzen. Einige Paletten des Uralt-CD-Laufwerks kamen noch vor wenigen Jahren auf den Markt und wurden zu Schleuderpreisen verhökert. Heute gilt das wirtschaftlich enttäuschende Power CD als Sammlerstück.

Pippin

Mit Pippin versuchte Apple bereits Mitte der 90er Jahre, sich einen Platz im Wohnzimmer zu sichern. Das Gerät sollte damals schon bieten, womit heute moderne Spielkonsolen protzen: einen Internetbrowser, E-Mail und vor allem Spiele. Als Betriebssystem diente damals, wie heute beim Apple TV, eine angepasste Version des Mac OS.

Set-Top-Box Pippin: Das Konzept eines Geräts, das mehr bietet als eine Spielkonsole, fiel bei den Käufern durch
Von Anfang an gab es keine Pläne, Pippin unter der Marke Apple zu vertreiben. Stattdessen sollte das System an Dritthersteller lizenziert werden. Einziger Kunde war allerdings der japanische Spielzeughersteller Bandai. Als das Gerät dann endlich 1995 auf den Markt kam, war es jedoch bereits zu spät - Sega, Nintendo und Sony hatten den Markt für Spielkonsolen unter sich aufgeteilt. Zudem waren deren Geräte viel billiger als Pippin. Dass die Apple-Entwicklung jedoch weit mehr als eine Konsole war, interessierte damals kaum jemanden. So konnten nur einige Tausend Pippins abgesetzt werden.

Newton

Als der Ex-Pepsi-Chef John Sculley das Ruder bei Apple übernahm, steckte er sich hohe Ziele. Nicht weniger als die Neuerfindung des Personal Computers schwebte ihm vor. Der sollte künftig überall mit dabei sein und seinen Nutzer in allen Lebenslagen begleiten. Das Resultat war der Apple Newton, für den Sculley den Beinamen "Personal Digital Assistant", kurz PDA, prägte, der auch heute noch für Geräte dieser Kategorie verwendet wird.

Apple Newton: Eine tolle Idee, aber der Zeit leider zu weit voraus
Allerdings konnte der Newton die versprochenen Funktionen nicht zuverlässig liefern. Die meisten Probleme bereitete die Handschrifterkennung, mit der nur wenige Anwender klarkamen. So soll der von dem Konzept begeisterte Microsoft-Boss Bill Gates seinen Newton nach einer Viertelstunde vergeblichen Kritzelns enttäuscht weggeworfen haben.

Trotz dieser Probleme hielt Apple über sechs Jahre an der Newton-Idee fest und produzierte mehrere Nachfolgemodelle. Richtig erfolgreich wurde das PDA-Konzept aber erst, als ehemalige Apple-Mitarbeiter die Firma Palm gründeten und unter dem Namen "Palm Pilot" einen eigenen PDA herausbrachten, der zwar technisch einfacher, dafür aber auch zuverlässiger, langlebiger und vor allem billiger als der Newton war.

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