Freenet "Verkauf nicht ausgeschlossen"

Der anhaltende Druck einiger Großaktionäre auf Freenet-Chef Eckhard Spoerr zeigt Wirkung. Erstmals hat der Vorstandsvorsitzende einen Verkauf des eigenen Unternehmens nicht mehr ausgeschlossen.

Frankfurt am Main - "Wir prüfen alle Optionen für das Unternehmen und schließen einen Verkauf nicht aus", sagte Freenet-Chef Eckhard Spoerr. Gespräche mit potenziellen Käufern fänden noch nicht statt. Bei Freenet  seien allerdings einige Interessenbekundungen eingegangen. Namen nannte Spoerr nicht. Freenet habe die Unterstützung des größten Anteilseigners Vatas, ergänzte der Manager.

"Eine Konsolidierung in Deutschland macht sicher Sinn, aber Freenet muss dabei keine Führungsposition einnehmen", sagte Spoerr. "Eine Zerschlagung steht für uns aber außer Frage."

Konkurrent und Großaktionär Drillisch  hatte ebenso wie der britische Fonds Hermes und der Investor Florian Homm eine Aufspaltung des Unternehmens gefordert. Aus Sicht von Drillisch könnte Freenet angesichts des boomenden Breitbandmarkts bei einem Verkauf des Internetgeschäfts eine hohe Prämie erzielen.

"Wir haben 18 Monate für die Fusion von Mobilcom und Freenet gekämpft. Diese jetzt rückgängig zu machen ist nicht im Sinne des Unternehmens", hatte Spoerr daraufhin deutlich gemacht. Erst nach einer langen Hängepartie und mehreren Gerichtsprozessen konnten die beiden Unternehmen verschmolzen werden.

Die Aktien von Freenet sind am Dienstag um 2,25 Prozent auf 25 Euro geklettert. Für den 20. Juli hat Freenet zur Hauptversammlung geladen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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