Deutsche Telekom Letztes Kapitel im Tarifkrimi

Rund eine Woche nach der Einigung zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft Verdi über den geplanten Stellenumbau haben nun die Beschäftigten das letzte Wort. Bis Freitag sollen rund 20.000 Telekom-Mitarbeiter den Kompromiss absegnen und damit das Ende des Streiks offiziell besiegeln.

Düsseldorf - Die Beschäftigten der Deutschen Telekom  sind seit Donnerstagmorgen zur Urabstimmung aufgerufen. Bis Freitag können sie über den zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Telekom ausgehandelten Tarifkompromiss entscheiden.

Bei einer Zustimmung würde dem seit März andauernden Tauziehen um die Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern der Festnetzsparte T-Com in konzerneigene Gesellschaften ein Ende gesetzt. Damit würde auch der wochenlange Streik enden.

Verdi rechnet mit einer deutlichen Zustimmung. Ein Viertel der Stimmberechtigten muss das Einverständnis zu dem erzielten Verhandlungsergebnis geben, sonst ist die Tarifeinigung gescheitert. Aufgerufen sind rund 22.000 Verdi-Mitglieder bei der Telekom.

Nach Abschluss des Kompromisses hatte es wütende Stimmen von Mitarbeitern gegeben. Auf Informationsveranstaltungen versuchte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder zusammen mit den Tarifexperten, die Wogen zu glätten.

Zwar vereinbarten die Parteien, das Gehaltsniveau um 6,5 Prozent zu senken. Allerdings federt die Telekom die Kürzung durch Ausgleichszahlungen ab, so dass die Mitarbeiter bis Ende 2008 nicht auf Geld verzichten müssen. Danach will Schröder einen Ausgleich über Tariferhöhungen schaffen.

Allerdings müssen die Mitarbeiter vier Stunden in der Woche mehr arbeiten. Zudem sinken die Einstiegsgehälter um mehr als 30 Prozent. Dafür sind die Mitarbeiter bis Ende 2012 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Zudem ist ein Verkauf der neuen Gesellschaften bis Ende 2010 ausgeschlossen, und mehr als 4000 Nachwuchskräfte werden eingestellt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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