Telegate 100 Millionen Euro von der Telekom erstritten

Die Deutsche Telekom soll an die Telefonauskunft Telegate rund 100 Millionen Euro zurückzahlen. Dies ist das Ergebnis einer Serie von Prozessen vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Dabei ging es um die Preise für Anschlussdaten.

Düsseldorf - Der Münchner Telefon-Auskunftsdienst Telegate hat sich in Düsseldorf mit einer Serie gewonnener Prozesse rund 100 Millionen Euro von der Deutsche Telekom erstritten. Das bestätigte ein Sprecher des Düsseldorfer Oberlandesgerichts am Mittwoch.

Die Deutschen Telekom  erklärte, ihr liege das aktuelle Urteil noch nicht vor. Sie werde es sorgfältig prüfen und voraussichtlich weitere rechtliche Schritte einleiten. Bei dem seit Jahren laufenden Rechtstreit geht es um die Preise der Telekom für die Überlassung von Anschlussdaten an Telegate.

Telegate hatte drei Teilverfahren gegen die Telekom um die Höhe von Datenkosten angestrengt und gewonnen. Im Gegenzug hatte die Telekom millionenschwere Nachforderungen von Telegate eingeklagt und bereits zwei dieser Prozesse ebenfalls verloren. Die Telekom will Rechtsmittel gegen die jüngsten Entscheidungen prüfen.

Nach Angaben der Telegate AG ist dies die bisher höchste Klagesumme, die ein deutsches Gericht gegen die Deutsche Telekom verhängt hat und zugleich auch die höchste Summe, die bislang überhaupt im deutschen Telekommunikationsmarkt beschieden wurde. Die Rückforderungsansprüche reichten bis ins Jahr 1997 zurück.

Millionenschwere Schadenersatzklage anhängig

Schon 2004 hatte Telegate die Telekom auf Rückzahlung verklagt. In drei Teilverfahren erhob das Unternehmen Forderungen von über 86 Millionen Euro plus Zinsen. Die Bundesnetzagentur hatte im August 2005 entschieden, dass die Telekom für die Überlassung ihrer Teilnehmerdaten an private Telefonauskunftsdienste insgesamt nur 770.000 Euro jährlich verlangen darf und nicht wie bisher 49 Millionen Euro.

Die Entscheidung war nach einer Vorgabe des Europäischen Gerichtshofs ergangen, der festgelegt hatte, dass die Telekom nur die Kosten der Bereitstellung in Rechnung stellen könne, nicht aber den Aufwand zum Aufbau und zur Pflege der Datenbanken.

Weiter anhängig ist eine Schadenersatzklage von Telegate gegen die Telekom über rund 86 Millionen Euro. Sie soll nach Angabe des Unternehmens erstmals am 20. Juli vor dem Landgericht Köln verhandelt werden.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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