RTL Group John de Mol steigt ein

Die Bertelsmann-Fernsehtochter RTL Group hat für ihr Niederlande-Geschäft den Produzenten John de Mol ins Boot geholt. De Mol erhält ein Viertel an RTL Nederland, im Gegenzug übernimmt Europas größter TV-Konzern den führenden Radiosender des Nachbarlandes.

Luxemburg/Hilversum - John de Mols Talpa Media erhält 26,3 Prozent an RTL Nederland, teilte die börsennotierte RTL Group mit. Im Gegenzug übernimmt RTL de Mols Radiosender Radio 538.

Der mit einem Werbemarktanteil von 29 Prozent führende Sender der Niederlande setzte im vergangenen Jahr 65 Millionen Euro um und erreichte eine Umsatzrendite von rund 40 Prozent. Außerdem übernimmt RTL Vermögenswerte von Talpa Media, darunter Fernsehrechte für Sportereignisse sowie niederländische Shows und Serien.

John de Mols 2005 neu gegründeter Fernsehsender Tien werde sein Programm "vorerst unverändert ausstrahlen", hieß es. Allgemein wird jedoch erwartet, dass das Geschäft Auswirkungen auf die Beschäftigung bei Tien haben wird. Auf andere Einheiten von Talpa Media soll die Transaktion keine Auswirkungen haben.

Ferner erhalte RTL exklusiven Zugang zu allen Formaten, die von John die Mol für die Niederlande entwickelt werden. Im Falle einer Erstausstrahlung auf einem RTL-Sender wird die Bertelsmann-Tochter an den potenziellen Gewinnen beteiligt.

RTL betreibt derzeit drei Fernsehsender in den Niederlanden unter luxemburgischer Lizenz. Ein weiterer Kanal ist nach Angaben aus Branchenkreisen in Planung. "Unser Geschäft in den Niederlanden hat sich seit dem Jahr 2003 fantastisch entwickelt", sagt RTL-Group-Vorstandsvorsitzender Gerhard Zeiler. Das Unternehmen setzte im vergangenen Jahr 350 Millionen Euro in den Niederlanden um. Zeiler bezeichnete John de Mol als "herausragenden Unternehmer" und einen der kreativsten Köpfe im Fernsehgeschäft.

John de Mol ist auch an einem Konsortium beteiligt, das dem spanischen Konzern Telefónica  die von ihm selbst mitbegründete Produktionsgesellschaft Endemol wieder abkauft. De Mol und sein damaliger Partner Joop van den Ende hatten den Produzenten von "Big Brother" und anderen Formaten im Jahr 2000 für 5,5 Milliarden Euro an die Spanier verkauft. Das zur Übernahme bereite Konsortium, an dem auch der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi beteiligt ist, zahlt jetzt 3,1 Milliarden Euro für Endemol.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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