Fernsehsender ProSieben wird Europas Nummer zwei

Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 Media AG übernimmt wie angekündigt die europäische Sendergruppe SBS Broadcasting vollständig und steigt damit auf Platz zwei innerhalb der EU auf. Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben die Übernahme maßgeblich vorangetrieben.

München - Der Kaufpreis beläuft sich auf 3,3 Milliarden Euro, wie das in Unterföhring bei München ansässige MDAX-Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Die dabei entstehende Gruppe, die den Namen ProSiebenSat.1 Media AG tragen soll, komme mit einer Reichweite von 77 Millionen Haushalten hinter der RTL-Gruppe auf Platz zwei der Fernsehanbieter in der EU. Der entsprechende Kaufvertrag sei bereits unterzeichnet. Anfang Juli soll die Übernahme vollzogen werden.

Kartell- oder medienaufsichtsrechtliche Genehmigungen seien nicht erforderlich. Die neue Gruppe, zu der künftig unter anderem 24 Free-TV-Sender, 24 Pay-TV-Sender und 22 Radio-Stationen gehören, wird in 13 europäischen Ländern tätig sein und kam 2006 pro forma auf 3,1 Milliarden Euro Umsatz und 691 Millionen Euro Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda).

Finanziert über Kredit

ProSiebenSat.1 Media erwartet, dass die Transaktion im bereinigten Ergebnis je Aktie ergebnissteigernd wirkt und dass die erwirtschafteten Renditen kurz- bis mittelfristig über den Kapitalkosten der ProSiebenSat.1-Gruppe liegen werden. Die Synergien beziffert das Unternehmen auf 80 Millionen bis 90 Millionen Euro im Jahr, von denen zwei Drittel auf Kostensynergien und ein Drittel auf zusätzliche Umsatzpotenziale entfielen.

Ab 2010 würden die Synergien voll gehoben, teilte die Münchener Senderkette mit, zu der bisher ProSieben, Sat.1, Kabel 1, N24 und 9live gehören.

Den Zusammenschluss von ProSiebenSat.1 Media mit der in Amsterdam ansässigen SBS haben die Finanzinvestoren KKR und Permira vorangetrieben, die maßgeblich an beiden Medienkonzernen beteiligt sind. Finanziert wird die Übernahme vollständig über einen neuen Kredit, den ein Bankenkonsortium bereitstellt. ProSieben will zusätzlich eine ausstehende Anleihe über 150 Millionen Euro mit Endfälligkeit Mai 2009 bereits im August 2007 zurückführen.

Weitere Informationen zur Übernahme wollte ProSiebenSat.1 Media am Mittag (12.00 Uhr) in München auf einer Pressekonferenz mitteilen.

manager-magazin.de mit dpa und reuters

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