Glücksspielmonopol Für jeden etwas

Ein Großteil der Bundesländer will das staatliche Glücksspielmonopol von 2008 an um weitere viere Jahre verlängern. Die privaten Wettanbieter laufen dagegen Sturm. Nun hat das österreichische Unternehmen Bwin einen Kompromiss vorgeschlagen.

Stuttgart - Der österreichische Sportwettenanbieter Bwin  spricht sich dafür aus, das Lotto-Geschäft unter staatlicher Regie zu belassen und Sportwetten, Kasino und Poker reguliert freizugeben. "Dafür treten wir auch bei der EU in Brüssel ein", sagte Bwin-Vorstand Norbert Teufelberger der "Stuttgarter Zeitung" (Freitagausgabe). Eine 15-prozentige Besteuerung der Brutto-Roherträge, also der Wetteinnahmen abzüglich der ausgeschütteten Gewinne, sei sinnvoll und marktkonform; in England werde dies bereits erfolgreich so gehandhabt.

"Lotto besitzt in Deutschland durch das dichte Vertriebsnetz eine starke Stellung", sagte Teufelberger. "Der größte Teil der Sportförderung und der Steuern kommt aus Lotto-Geldern, nicht aus der Sportwette. Die Lotto-Gelder machen über 90 Prozent der Einnahmen des Staates aus Glücksspielen aus." Die Angst der Ministerpräsidenten vor großen Einnahmeverlusten nach dem Wegfall des Glücksspiel-Monopols sei deshalb unbegründet.

Der kontinentaleuropäische Marktführer bei Sportwetten kämpft seit Jahren gegen die staatlichen Monopole in Europa. In Deutschland wollen sich die Länder das Glücksspielmonopol für weitere vier Jahre sichern.

Bwin ist mit Werbeverboten in einigen Bundesländern konfrontiert und hat die Sponsorengelder im Fußball deshalb massiv gekürzt. Wegen der Verbote hat das Unternehmen Klagen angekündigt. "Wir prüfen entsprechend Schadenersatzforderungen in Höhe von Hunderten von Millionen Euro. Das wäre unter dem Strich vom Steuerzahler aufzubringen. Gegen die Stadt Bremen klagen wir bereits", sagte Teufelberger dem Blatt.

Die Monopole werden nach Auffassung von Teufelberger fallen. Sie seien weder mit europäischem noch mit deutschem Recht vereinbar, sagte der Bwin-Chef.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters