Dow-Jones-Übernahme Murdochs Konkurrenten springen ab

General Electric und der Pearson-Verlag wollen nun doch nicht in den Übernahmekampf um Dow Jones einsteigen. Damit steigen die Chancen des Medienmoguls Rupert Murdoch wieder, den Mutterkonzern des "Wall Street Journal" zu übernehmen.

New York - Im Übernahmekampf um das renommierte "Wall Street Journal" haben der Mischkonzern General Electric  und der Pearson-Verlag ein Konkurrenzangebot zur Offerte von Rupert Murdoch ausgeschlossen. Beide Firmen teilten am Donnerstag mit, dass sie zeitweise ein Übernahmeangebot für den "Wall Street Journal"-Mutterkonzern Dow Jones diskutiert hätten. Man sei aber zu dem Schluss gekommen, diesen Zusammenschluss nicht weiter zu verfolgen.

Allerdings wollten beide Konzerne nun eine Zusammenarbeit untereinander besprechen. General Electric kontrolliert den US-Fernsehsender CNBC; der Pearson-Verlag bringt wiederum neben einer Reihe von Lehrbüchern auch die "Financial Times" und damit den wichtigsten "Wall Street Journal"-Konkurrenten heraus.

Zuvor war bekannt geworden, dass das Führungsgremium von Dow Jones fortan direkt mit dem Interessenten Rupert Murdoch verhandeln wird. Die Ankündigung des Konzerns könnte die Gespräche mit dem Medienmogul beschleunigen. Wochenlange Verhandlungen der Bancroft-Familie als Dow-Jones-Mehrheitseigner über Murdochs fünf Milliarden Dollar schweres Gebot waren zuvor fruchtlos geblieben.

Die Bancrofts und große Teile der Belegschaft befürchten, dass das "Wall Street Journal" nach einem Verkauf an Murdochs News Corp.  die journalistische Unabhängigkeit verlieren könnte. Kritiker werfen Murdoch vor, er habe die von ihm gekauften Publikationen wie die britische "Times" als politisches Sprachrohr missbraucht.

Neben Murdoch hat auch der MySpace-Gründer Brad Greenspan für Dow Jones geboten. Der Manager hat dem Board des Verlags mitgeteilt, er wolle rund 25 Prozent für 60 Dollar je Aktie erwerben. Dieser Betrag entspricht somit dem Gebot von Murdoch. Dow Jones reagierte auf den Vorschlag nach Börsenschluss mit einer Mitteilung, wonach sich das Board um den Vorschlag sowie alle übrigen strategischen Alternativen, auch die Unabhängigkeit des Unternehmens, kümmern werde.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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