Übernahme Intelsat geht an BC Partners

BC Partners hat das Rennen um Intelsat gewonnen. Eine Mehrheitsbeteiligung von 76 Prozent am weltgrößten Satellitenbetreiber geht für fünf Milliarden Dollar an die Investmentfirma.

Pembroke - Der Finanzinvestor BC Partners kauft in einer umgerechnet mehr als zwölf Milliarden Euro schweren Transaktion die Mehrheit am weltgrößten Satellitenbetreiber Intelsat. Damit stemmt die Beteiligungsgesellschaft, an deren Spitze der Deutsche Jens Reidel steht, ihre größte Übernahme in der Firmengeschichte und schafft den Markteintritt in Nordamerika.

BC Partners wird künftig 76 Prozent an dem Unternehmen halten, das im August 2004 von einer Gruppe von Finanzinvestoren von der Börse genommen wurde, teilte Intelsat am Dienstagabend mit. Das Private-Equity-Haus zahle für den Anteil 4,6 Milliarden Dollar in Bar. Zugleich übernehme BC die bestehenden 11,4 Milliarden Dollar an Schulden von Intelsat und bürde dem Unternehmen im Rahmen der Transaktion weitere 3,85 Milliarden Dollar auf. Das Transaktionsvolumen wurde in Summe auf etwa 16,4 Milliarden Dollar beziffert.

Die bisherigen Eigentümer Apax, Permira, Apollo Management, Madison Dearborn Partners sowie das Intelsat-Management blieben mit einem Minderheitsanteil von 24 Prozent mit an Bord. BC Partners hatte erst vor kurzem ein Büro in New York eröffnet, um so die Geschäfte außerhalb Europas voranzutreiben. Als mögliche Käufer für Intelsat waren zuletzt auch die US-Medienkonzerne Liberty Media und EchoStar Communications gehandelt worden. Finanzkreisen zufolge zahlt BC Partners als Kaufpreis das Zehnfache des operativen Gewinns (Ebitda) von Intelsat.

Private-Equity-Firmen schätzen das Geschäftsmodell von Satellitenbetreibern, weil es weitgehend schwankungsunabhängige Mittelzuflüsse garantiert und damit eine höhere Belastung mit Fremdkapital erlaubt.

"Wir sind zuversichtlich, dass BC Partners die Ziele von Intelsat für weiteres Umsatzwachstum und operative Verbesserungen unterstützen wird", erklärte Intelsat-Chef Dave McGlade zu dem Eigentümerwechsel. Der Manager dürfte wahrscheinlich auch künftig an der Spitze des Unternehmens stehen. Die bisherigen Investoren hatten kurz nach der Übernahme von Intelsat den Zukauf des Konkurrenten PanAmSat eingefädelt.

Nach wie vor hat das Unternehmen aber namhafte Konkurrenten - darunter SES Global und Eutelsat, beide in Paris börsennotiert.

Intelsat verfügt über 52 Satelliten, die im All in einer Höhe von 36.000 Kilometer um die Erde kreisen und verschiedenste Kommunikationsdienste ermöglichen. Zu den Kunden zählen Medienunternehmen, Großkonzerne und Regierungen.

Die Finanzierung der Transaktion wird von Credit Suisse , Bank of America  und Morgan Stanley  übernommen.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa-afx und ap