Deutsche Telekom Chronologie des Streits

Der monatelange Streit zwischen der Deutschen Telekom und Verdi über die Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern in Servicegesellschaften ist beendet. Eine Chronologie der Auseinandersetzung.

September 2006: Der damalige Telekom-Konzernchef Kai-Uwe Ricke kündigt angesichts bröckelnder Gewinne ein milliardenschweres Sparpaket an. Presseberichten zufolge will das Unternehmen bis 2010 rund fünf Milliarden Euro einsparen.

Oktober 2006: Die Telekom kündigt an, ihre Servicebereiche umzubauen, um einen weiteren Stellenabbau zu vermeiden. Dazu sollen 45.000 Mitarbeiter der Festnetztochter T-Com und der Callcenter in eine neue Geschäftseinheit gebündelt und die Kosten deutlich gesenkt werden. Die Gewerkschaft weist Forderungen nach einem Lohnverzicht zurück.

November 2006: Am 12. November tritt der Vorstandsvorsitzende der Telekom, Kai-Uwe Ricke, nach vier Jahren Amtszeit zurück. Als Nachfolger wird Mobilfunk-Chef René Obermann ernannt. Hauptgrund für den Wechsel an der Konzernspitze ist der starke Kundenrückgang in der Festnetzsparte T-Com.

Februar 2007: Der Telekom-Aufsichtsrat gibt gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter dem neuen Vorstandschef grünes Licht für seine Strategie zum Konzernumbau. Das Gremium segnet die Gründung der neuen T-Service ab, in die 50.000 Beschäftigte transferiert werden sollen. Die Gewerkschaft Verdi droht mit Streik.

März 2007: Wegen der Vorstandspläne kommt es zu ersten Warnstreiks. Zum Monatsende beginnen die Verhandlungen zwischen Verdi und Management.

April 2007: Nach fünf Runden scheitern die Gespräche. Verdi kündigt eine Ausweitung der Protestaktionen an.

Mai 2007: Einen Tag nach der Urabstimmung beginnen am 11. Mai bundesweite Arbeitsniederlegungen. Es sind die ersten Streiks seit der Privatisierung der Telekom vor zwölf Jahren. Bis zu 16.000 Beschäftigte legen täglich die Arbeit nieder. Betroffen sind vor allem der technische Kundenservice und die Callcenter.

Juni 2007: Der neue Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger zeigt sich kompromissbereit und stellt einen Erfolgsbonus zur Abfederung der Gehaltskürzungen in Aussicht. Wenig später kehrt Verdi an den Verhandlungstisch zurück. Nach einem einwöchigen Verhandlungsmarathon wird der Streit am 20. Juni beigelegt. Verdi stimmt der Auslagerung zu, die Telekom verzichtet im Gegenzug bis 2012 auf betriebsbedingte Kündigungen. In den Servicegesellschaften sinkt das Einkommensniveau und die Arbeitszeit wird ohne Lohnausgleich verlängert.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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