Yahoo Murdoch klopft an

Gerade hat Yahoo-Gründer Jerry Yang wieder die Geschäfte übernommen. Nun wird bekannt, dass Rupert Murdoch über einen Einstieg bei dem Webkonzern verhandelt. Im Gegenzug bietet der Medienmogul die Kontaktbörse MySpace.

London - Medienmogul Rupert Murdoch möchte einem Zeitungsbericht zufolge die Web-Community MySpace gegen einen Anteil von 25 Prozent an dem Internetkonzern Yahoo  eintauschen. Es sei aber unklar, ob die Gespräche nach dem Ausscheiden des bisherigen Yahoo-Chefs Terry Semel weitergehen, berichtete die Londoner "Times".

Die "Times" gehört selbst zu Murdochs Medienimperium News Corp.  und dürfte entsprechend gut informiert sein. Yahoo hat Schwierigkeiten, vor allem bei den lukrativen Online-Werbeumsätzen mit dem Suchmaschinen-Marktführer Google  Schritt zu halten, daher sind auch Fusionen und Partnerschaften im Gespräch.

Yahoo war nach Aktienkursen vom Dienstag rund 37 Milliarden Dollar wert. Mit einem Viertel würde Murdoch also auf gut zwölf Milliarden Dollar kommen. Murdoch hatte MySpace 2005 für 580 Millionen Dollar gekauft, und damit eine neue Goldgräberstimmung in der Internetwirtschaft mit ausgelöst. Nur einige Monate später wurde für MySpace eine Werbepartnerschaft mit Google vereinbart, die dem neuen Murdoch-Portal bis zum Jahr 2010 etwa 900 Millionen Dollar einspielen soll.

Bei MySpace können Nutzer ihre eigenen Websites anlegen und miteinander kommunizieren. Die Community hat inzwischen fast 185 Millionen angemeldete Mitglieder in aller Welt. Die Investition war damals von einigen Experten als zu teuer kritisiert worden.

Die "Times" schrieb, dass News Corp. auch andere Internetaktivitäten wie die Computerspiele-Website IGN, die mit 650 Millionen Dollar bewertet werde, Yahoo anbieten würde. News Corp. hatte bereits erfolglos versucht, für eine Milliarde Dollar den MySpace- Konkurrenten Facebook zu kaufen. Murdoch versucht gerade auch, den Finanznachrichten-Spezialisten Dow Jones , zu dem auch das "Wall Street Journal" gehört, für fünf Milliarden Dollar zu übernehmen.

manager-magazin.de mit Material von dpa