Google-Streit Microsoft ändert Vista

Der US-Konzern Microsoft wird sein neues Betriebssystem Windows Vista überarbeiten. Damit reagiert der Softwareriese auf eine Beschwerde von Google. Dem Suchmaschinen-Betreiber gehen die Änderungen jedoch nicht weit genug.

Chicago - Die US-Justizbehörden und Microsoft  erklärten am späten Dienstagabend, der Softwarekonzern werde bei Windows Vista Suchfunktionen für Konkurrenzanwendungen leichter zugänglich machen. Entsprechende Änderungen werde es auch beim Browser Internet Explorer und im "Start"-Menü geben.

Zudem habe Microsoft zugesagt, anderen Produktentwicklern wie Google  mehr technische Informationen zu geben, damit sie die Leistung ihrer Suchfunktions-Programme unter Vista verbessern können. Google nannte die Entscheidung einen Schritt in die richtige Richtung, der aber noch nicht ausreiche. Der Konzern hatte moniert, die Desktop-Suchfunktion benachteilige Wettbewerber.

Das erst vor wenigen Monaten eingeführte Betriebssystem Windows Vista ist bereits scharf von Konzernen wie IBM , Nokia , Sun Microsystems  und Oracle  kritisiert worden. Die Firmen monieren, Microsoft setze bei Vista die schon von der EU verurteilte Wettbewerbsbehinderung fort. Die EU-Kommission wirft dem US-Konzern vor, seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen auszunutzen, um Anbieter anderer Programme zu verdrängen.

Für Schlagzeilen sorgte auch die Tatsache, dass Microsoft laut Medienberichten in der US-Regierung einen Verbündeten hat. Der stellvertretende Justizminister und oberste Wettbewerbshüter der USA, Thomas O. Barnett, soll die Google-Beschwerde abgewiesen und den Justizministern der US-Bundesstaaten empfohlen haben, ebenso zu verfahren. Barnett war bis zum Jahr 2004 Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei, die Microsoft mehrfach in Kartellstreitigkeiten vertreten hat, habe selbst aber nie an diesen Fällen gearbeitet, wie das Justizministerium bekannt gab.

Vista ist der Nachfolger des Betriebssystems Windows XP, das auf den meisten Computern weltweit läuft. Die Entwicklung des neuen Programms dauerte mehr als fünf Jahre, die Markteinführung wurde mehrfach verschoben. Microsoft erzielt mehr als die Hälfte seines Umsatzes und fast seinen gesamten Gewinn mit dem Betriebssystem Windows und dem Softwarepaket Office.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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