Grimme Online Award "Peinliche Panne"

Der Grimme Online Award wird zwar erst am Mittwochabend vergeben, aber schon jetzt weiß alle Welt, wer die Sieger des Wettbewerbs sind. Aufgrund einer Panne waren die Preisträger auf der Webseite des Grimme-Instituts bereits zwei Tage vorher zu lesen.

Marl/Köln - Aufgrund einer "peinlichen Panne" seien die Preisträger bereits in der Nacht zu Dienstag kurzzeitig auf der Internetseite des Marler Grimme-Instituts nachzulesen gewesen, teilte ein Sprecherin mit.

Weil die Namen daraufhin über diverse Weblogs verbreitet wurden, habe man sich für eine vorzeitige offizielle Bekanntgabe der Gewinner entschieden. Ursprünglich sollten die Sieger erst unmittelbar vor der Preisverleihung am Mittwochabend in Köln veröffentlicht werden.

Aus insgesamt 23 Nominierungen ermittelte die Jury sechs Preisträger-Webseiten, die in den Kategorien Information, Wissen und Bildung sowie Kultur und Unterhaltung ausgezeichnet werden. Die Juroren des Wettbewerbs betonten die herausragende Qualität der prämierten Netzseiten. Webspezifische Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten würden inzwischen selbstverständlich und rege genutzt.

Herausgestellt habe die Jury unter anderem der Informationsaustausch "auf Augenhöhe" mit den Nutzern beim Blog der "Tagesschau" und die "nach unten offenen Kommentarspalten" im Weblog des Medienjournalisten Stefan Niggemeier. Er kann nach dem Grimme Online Award 2005 für "Bildblog" bereits zum zweiten Mal den Internetpreis entgegen nehmen.

Kritik an Nominierung von Mario Sixtus

Beide Angebote erhalten, wie auch das Portal "Fudder", je einen Preis in der Kategorie Information. Das Droste-Hülshoff-Projekt "Nach 100 Jahren" erhält einen Grimme Online Award in der Kategorie "Kultur und Unterhaltung".

Erfolgreiche Beispiele für Integration von Videos im Internet seien das Video- und Debattenportal "Polylog" (Preisträger Kultur und Unterhaltung) und der "Elektrische Reporter" (Grimme Online Award Wissen und Bildung) von Mario Sixtus, der bis zur Nachnominierung selbst in der Jury des Preises gesessen hatte. Auch dieser Vorgang war in Fachkreisen heftig kritisiert worden.

Der Publikumspreis geht im Jahr 2007 an die Webseite "Hausgemacht", ein durch die Internetcommunity gespeistes Videolexikon des Alltagswissens, das in detaillierten Videoinstallationen zeigt, wie die kleinen und großen Hürden des Alltags zu meistern sind und in dem auch Nutzer zu Experten werden können.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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