YouTube GEMA verzögert Deutschland-Start

Das Videoportal YouTube ist ab sofort in neun europäischen Staaten in der jeweiligen Landessprache verfügbar. Nur für Deutschland gibt es momentan noch keine länderspezifische Version. Hier macht der Google-Tochter offenbar die GEMA einen Strich durch die Rechnung.

Paris - Das bislang sehr vom Geschmack seiner US-amerikanischen Nutzer geprägte Videoportal YouTube bietet nun auch Portale in Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, den Niederlanden, Polen, Spanien, Japan und Brasilien an. In Deutschland will YouTube-Eigentümer Google  die nötigen Verhandlungen mit Kooperationspartnern in den kommenden Monaten abschließen.

Chad Hurley, Mitbegründer von YouTube, machte "begrenzte Ressourcen" dafür verantwortlich, dass YouTube in der "ersten Welle" noch kein deutschsprachiges Programm vorstellen könne. Aus dem Umfeld des Suchmaschinenanbieters verlautete jedoch, dass die Verhandlungen mit Verwertungsgesellschaften wie der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnten.

Für das Angebot in Deutschland wollte Google dem Vernehmen nach mit der GEMA eine Art Flatrate vereinbaren, um die YouTube-Anwender von Forderungen der GEMA freizuhalten. Dies sei aber vor dem Start der internationalen YouTube-Versionen nicht gelungen.

Noch keine lokalen Präferenzen

In den Ländern, in denen YouTube bereits jetzt gestartet wird, werden die US-Inhalte zunächst einfach in der jeweiligen Landessprache angeboten. Erst im Laufe der Zeit sollen die Webseiten die lokalen Präferenzen widerspiegeln - etwa durch separate Hitlisten der beliebtesten Videos und entsprechende Kommentare. Mehr als die Hälfte der Nutzer des Videoportals kommt bereits jetzt von außerhalb der USA.

Im Zusammenhang mit der internationalen Markteinführung hat YouTube zudem Verträge mit TV-Sendern wie der BBC, France 24 oder Deutsche Welle TV abgeschlossen. Außerdem vereinbarte das Unternehmen mit Fußballvereinen wie dem FC Bayern München, FC Chelsea oder Real Madrid Programme, die es den Vereinen ermöglichen, spezielle Webseiten mit YouTube-Videos zu gestalten.

YouTube war im Februar 2005 gegründet worden und hatte sich schnell zum weltweit größten Videoportal entwickelt. Im Oktober 2006 übernahm Google das Start-up für 1,65 Milliarden Dollar. Google versucht, das Angebot durch Werbeeinblendungen im Umfeld der Onlinevideos zu finanzieren.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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