Samstag, 19. Oktober 2019

Angriff aus Asien Roboter und Raketen

Asien ist auf dem Weg zur technologischen Führerschaft. Nach dem Vorbild des Silicon Valley sind in Fernost bereits mehrere Kopien entstanden. Nun holen mit staatlicher Hilfe die Hochschulen auf. Vorbild der Bildungsexpansion sind Eliteunis wie Harvard und Yale.

Im kalifornischen Silicon Valley gibt es noch den ungebrochenen amerikanischen Optimismus zu bewundern. Er geht davon aus, dass nur die Amerikaner technologisch etwas revolutionär Neues entdecken können. John Chambers, der Chef des Netzwerkproduzenten Cisco Börsen-Chart zeigen, ist einer dieser unverbesserlichen Optimisten.

Einen Schritt voraus: Japaner und Südkoreaner entwickeln einst im Westen erdachte Innovationen ungebremst weiter; im Bild: Japanisches Robocup-Team 2006.
Er sagt - und das Zitat klingt in Englisch einfach am besten: "The next big thing is always coming from the U.S." Sinngemäß übersetzt: Wenn jemand etwas Neues entdecken wird, dann sind es immer noch wir Amerikaner. Wir Amerikaner und sonst niemand, you know?

Ja, die Amerikaner waren in der Vergangenheit ein innovatives Volk. Als letzte bahnbrechende Innovation brachten sie das Internet über die Welt. Aber wer hat es weiterentwickelt? Wer schafft es, das Internet mit den anderen Informationstechnologien wie Mobilfunk zu verknüpfen? Nicht die Amerikaner, sondern die Asiaten, und da an vorderster Front Japaner und Südkoreaner.

Wer bewundern oder erschaudern will - je nach dem persönlichen Standpunkt zu der krakenhaften Ausdehnung der modernen Kommunikationstechnologien -, der muss nicht nach New York oder San Francisco und erst recht nicht nach Berlin oder London fahren, sondern nach Tokio oder Seoul.

In diesen asiatischen Metropolen kann man sehen und staunen, wie die Informationsgesellschaften rund ums Handy und ums Internet der Zukunft aussehen werden. Sowohl Südkorea als auch Japan sind dem Westen - egal ob Europa oder den USA - um einiges voraus.

Aber Asien ist nicht nur - wie viele im Westen annehmen - in der Welt der Informations- und Kommunikationstechnologie führend. Die Region holt auch in anderen Bereichen auf, zum Beispiel in der Pharmaindustrie sowie der Bio- und Gentechnologie. "Die Zeiten, in denen Arzneimittel nur in Europa und Amerika entwickelt wurden, sind vorbei", schreibt "The Economist".

Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass die ein oder andere revolutionäre Entdeckung im Pharmabereich in Asien passiert - vor allem in Indien, der kommenden Supermacht des Wissens. Ein Krebsmittel aus Indien? Durchaus möglich.

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