Premiere Hoffnung auf Bundesliga bleibt

Im Tauziehen um die Übertragung der Fußball-Bundesliga kann Premiere-Chef Georg Kofler auch zwei Monate vor dem Start der neuen Saison noch keine Lösung präsentieren. Falls der Sender die Bundesliga vermarkten kann, verspricht er sich und seinen Aktionären "signifikante Umsatzzuwächse".

München - "Die Gespräche verlaufen konstruktiv und wir erzielen gute Fortschritte", sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Freitag auf der Hauptversammlung hinsichtlich der Verhandlungen um die Bundeslige-Rechte und warb damit bei den Anlegern um Vertrauen. Details nannte er aber nicht.

Premiere  und der Konkurrent Arena hatten den Wettbewerbshütern für ihre Allianz einen Kompromissvorschlag vorgelegt, um Bedenken gegen die Vermarktung des Arena-Bundesligaangebots über Satellit durch Premiere auszuräumen. Erst nach der Kartellamtsentscheidung könne man eine fundierte Prognose für die kurz- und mittelfristige Geschäftsentwicklung abgeben, sagte Kofler.

Arena hatte Premiere die Live-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga in einem spektakulären Bietergefecht weggeschnappt. Weil Arena zwar über die Rechte verfügt, Premiere aber einen deutlich größeren Kundenstamm hat, beschlossen die beiden Unternehmen eine enge Kooperation. Im Zuge des Bündnisses hatte sich Arena auch zu 16,7 Prozent an der Premiere AG beteiligt. Im April musste die Vermarktung des Arena-Bundesligaangebotes via Satellit dann nach der Intervention des Kartellamtes auf Eis gelegt werden. Beide Unternehmen hatten daraufhin den Kompromissvorschlag vorgelegt.

Umsatzeinbruch im ersten Quartal

Zuletzt hatte der Verlust der Bundesliga-Rechte Premiere einen Umsatzeinbruch beschert. Im ersten Quartal waren die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 18 Prozent auf 224 Millionen Euro zurückgegangen. Die Zahl der Abonnenten stieg zwar seit Jahresbeginn wieder um rund 50.000 an, lag aber mit 3,46 Millionen zahlenden Kunden Ende März noch immer um knapp 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zuvor waren im vergangenen Jahr bei einem Umsatzminus um 1,8 Prozent auf gut eine Milliarde Euro hohe Verluste aufgelaufen.

Kofler räumte ein, dass 2006 kein einfaches Jahr für Premiere gewesen sei. "Selbstverständlich schmerzt es Vorstand und Mitarbeiter, wenn über Ergebniseinbußen zu berichten ist." Premiere habe sich aber unter schwierigen Rahmenbedingungen "wacker geschlagen".

Aktionärsschützer sprachen von einer "Schockstarre" nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte, die aber zunächst habe überwunden werden können. "Premiere hat den Verlust der Übertragungsrechte überraschend gut, doch mit Blessuren überstanden", sagte Verena Brendel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Premiere-Finanzvorstand Michael Börnicke erklärte, für das zweite Quartal sei mit einem Umsatz in etwa auf dem Niveau der ersten drei Monate zu rechnen. Im zweiten Halbjahr seien dann wieder "signifikante Umsatzzuwächse möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen - wenn also die Vermarktung der Bundesliga bei Premiere wieder auf breiter Ebene möglich ist".

manager-magazin.de mit Material von dpa

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