Deutsche Telekom Verdi verhandelt wieder

Nach fast fünf Wochen Streik will die Gewerkschaft Verdi mit der Deutschen Telekom wieder über die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern verhandeln. Die Gespräche sollen bereits am Mittwoch beginnen.

Bonn - Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom  will die Gewerkschaft Verdi nach wochenlangen Streiks an den Verhandlungstisch zurückkehren. "Nachdem erkennbar ist, dass sich die Telekom nach wochenlangem Streik auf die Gewerkschaft zu bewegt, sind wir bereit, uns an den Verhandlungstisch zu setzen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder am Dienstag.

Die Telekom hatte zuvor ein verbessertes Angebot mit einem Erfolgsbonus für die Mitarbeiter sowie hohe Investitionen in die Weiterbildung der Beschäftigten in Aussicht gestellt. Die Erfolgsbeteiligung "in einem hohen zweistelligen Millionenbetrag" könnte im Jahr 2011 zur Auszahlung kommen.

Die Gespräche sollen am Mittwoch beginnen. Mit der Rückkehr an den Verhandlungstisch verbinde Verdi vor allem die Erwartung, die Einkommen gegebenenfalls unter Berücksichtigung zukünftiger Tarifrunden zu sichern, sagte Schröder.

Ziel der Verhandlungen muss laut Verdi sein, einen Schutz der Beschäftigten vor den Folgen der geplanten Auslagerung zu erreichen. Die Einkommen müssten gegebenenfalls unter Berücksichtigung zukünftiger Tarifrunden gesichert sowie negative Wirkungen beim Betriebsübergang minimiert werden. Auch müssten vorhandene Tarifstandards erhalten und ein Personalabbau auf freiwilliges Ausscheiden begrenzt werden. Schröder fordert zudem, die Ausgliederungs- und Kündigungsschutzregelungen zu sichern und auszubauen.

Ein Sprecher der Telekom begrüßte die Entscheidung der Gewerkschaft. Der Konzern habe immer gesagt, dass das Angebot alternativlos sei. Allerdings könne über einzelne Komponenten verhandelt werden.

Der Konzern will rund 50.000 Mitarbeiter in den neuen Bereich T-Service auslagern, verbunden mit Einschnitten bei den Löhnen und längeren Arbeitszeiten. Nachdem in fünf Verhandlungsrunden keine Einigung erzielt wurde, hatte Verdi die Beschäftigten zum Streik aufgerufen.

Der Betriebsablauf wurde dadurch massiv gestört. Schröder kündigte an, dass der Streik "stufenweise gedrosselt" werde, wenn die Telekom auf die Informationsschreiben an die betroffenen Mitarbeiter verzichte. In den Briefen sollen die Beschäftigten über die künftigen Tarifkonditionen informiert werden.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

Verwandte Artikel