Sonntag, 22. September 2019

Studie Die fünf größten IT-Dienstleister

5. Teil: SBS

4. SBS (Marktanteil 5 Prozent)

SBS-Kunden mussten im vergangenen Jahr viel Vertrauen in die Siemens-Tochter mitbringen. Immer wieder war von Zerschlagung und Verkauf die Rede. Diese Unsicherheit machte die Sanierung des defizitären Dienstleisters zu einem schwierigen Unterfangen und führte zu einem Rückgang des Projektgeschäftes um 18 Prozent. Dennoch entschied sich Siemens-Konzernchef Klaus Kleinfeld für die Erhaltung der IT-Tochter. Seit 15. Januar 2007 heißt SBS nun SIS. In dem neuen Unternehmen sind sämtliche IT- und Softwareaktivitäten von Siemens Börsen-Chart zeigen gebündelt.

SIS-Manager Kollatz: "SIS verfügt durch die Integration der PSE-Standorte in Osteuropa und Asien und der SISL in Indien über eine signifikante Präsenz an Standorten mit niedrigem Lohnniveau"
Mit dieser Zusammenführung von insgesamt fünf IT- und Softwarehäusern unter einem Dach wird der Dienstleister den Verkauf der Sparte PRS (Produktnahe Dienstleistungen) an Fujitsu Siemens verkraften können. "Wir haben nun 43.000 Mitarbeiter und machen knapp fünf Milliarden Euro Umsatz", sagt Christoph Kollatz, Vorsitzender des Bereichsvorstands Siemens IT Solutions and Services (SIS). "Kein anderer IT-Provider ist so eng mit einem globalen Industriekonzern wie der Siemens AG verbunden, profitiert von dessen Kundenzugang und dem exzellenten Branchen-Know-how seiner Bereiche."

Diesen Vorteil sieht auch PAC-Berater Stephan Kaiser. "Der neue Dienstleister hat durch das nähere Heranrücken an die Mutter ein großes Potenzial. Das neue Schlagwort heißt nun technische IT." Honoriert wird diese Entwicklung von den Kunden, die nun wieder Vertrauen in SIS fassen. "Die neue Siemens-Sparte muss jetzt allerdings ihr Alleinstellungsmerkmal bei der technischen IT mit dem klassischen Kerngeschäft verzahnen."

Die fünf größten Outsourcing-Kunden von SBS in 2006
Siemens
Bundeswehr
Deutsche Bank
Bankgesellschaft Berlin
Din IT
SIS-Chef Kollatz will zudem noch auf einem anderen Gebiet punkten: "Wir sind jetzt international sehr gut aufgestellt und verfügen über eine signifikante Präsenz an Standorten mit niedrigem Lohnniveau durch die Integration der PSE-Standorte in Osteuropa und Asien und der SISL in Indien." Das dürfte den Preisdruck im umkämpften Outsourcingmarkt auch in diesem Jahr weiter erhöhen. Der Dienstleister will damit auch den Anteil des externen Geschäftes an seinem Umsatz von derzeit 60 Prozent weiter erhöhen.

Ein erster Schritt in diese Richtung war dabei der Zuschlag für das Herkules-Projekt. SIS steht bei der Modernisierung der Bundeswehr-IT für rund 60 Prozent des gesamten Volumens. Der Rest liegt bei IBM Börsen-Chart zeigen. Kollatz erwartet aus dem größten Einzelauftrag in der Geschichte der Siemens AG, "eine Signalwirkung, die mehr Schwung in den deutschen ÖPP-Markt (öffentlich-private Partnerschaft) bringt."

Im Zuge der Restrukturierung wird SIS noch stärker nach Branchen ausgerichtet. Bisher ist die Siemens-Tochter vor allem bei Banken, in der Auto- und Fertigungsindustrie sowie im öffentlichen Sektor gut aufgestellt. Hier bietet sie neben Outsourcingdienstleistungen auch Application Management Services erfolgreich an.

SIS erwirtschaftet bisher rund 60 Prozent des Umsatzes mit Outsourcing. Deshalb wird das Thema Auslagerung auch in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen. Wachstumsimpulse erhofft sich Kollatz zudem durch die Themen RFID, Biometrie und Application Management Services. "Auch SAP-Implementierungen sowie ERP-Harmonisierung und -Konsolidierung haben unser Geschäft im letzten Jahr getrieben.", so der Manager.

Das Thema Übernahmen will Christoph Kollatz in aller Ruhe angehen: "Wir haben in einzelnen Branchen führende Positionen inne - in anderen ausgewählten Industrien wollen wir diese noch erreichen. Mittelfristig würde ich die ein oder andere gezielte Verstärkung nicht völlig ausschließen, sollten wir zu der Auffassung gelangen, dass sie notwendig wäre. Aktuell ist das aber kein Thema."

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