Mittwoch, 20. November 2019

Studie Die fünf größten IT-Dienstleister

3. Teil: IBM

2. IBM (Marktanteil 9 Prozent)

Der Dienstleister will für gelebte Globalisierung stehen. Diesen Anspruch möchte IBM-Chef Sam Palmisano auch in den Landesgesellschaften verankern. Deshalb sollen bei Projekten künftig die notwendigen Kompetenzen aus dem weltweiten Konzernverbund akquiriert werden. Die Nutzung von Kapazitäten in Niedriglohnländern wie Indien wird die Angebote damit wettbewerbsfähiger machen.

IBM-Manager Bauer: "Der deutsche Outsourcingmarkt zersplittert immer stärker"
Im Klartext bedeutet das ein Benchmarking der Landesgesellschaften untereinander. Das kann zu günstigeren Preisen für die Kunden führen, verunsichert aber auf jeden Fall die zurzeit rund 21.000 Mitarbeiter des Unternehmens in Deutschland.

Mit der veränderten Strategie geht auch eine Neuausrichtung der deutschen IBM Börsen-Chart zeigen einher. Ob das auf das verhaltene Geschäft im Vorjahr zurückzuführen ist, wird nicht kommentiert. Nach Angaben von Marktforschern konnte IBM beim Outsourcing um 4 Prozent und im Projektgeschäft nur um 3 Prozent zulegen. Der Umsatz wird von Wirtschaftsagenturen für Deutschland auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt.

Die fünf größten Outsourcing-Kunden von IBM in 2006
Bundeswehr
Deutsche Bank
HypoVereinsbank
HSH Nordbank
Rheinmetall
Die Gründe für das verhaltene Wachstum sieht Rudolf Bauer, General Manager IBM Global Technology Services in Deutschland, darin, dass die Deals beim Outsourcing nicht mehr das Volumen der Vorjahre erreichen: "Der Markt zersplittert dadurch immer stärker". Eine Ausnahme bildet für IBM der Herkules-Deal. Dahinter verbirgt sich die milliardenschwere Modernisierung der Bundeswehr-IT. Der im vergangenen Jahr gewonnene Vertrag wird allerdings erst in die Bilanzen in diesem Geschäftsjahr einfließen.

Um stärker an Profil zu gewinnen, möchte sich der Konzern mit dem Modell "Service as a Product" positionieren. "Bei der Industrialisierung der Services werden wir Eigenschaften des Produktmarktes übernehmen. Das bedeutet, dass Services künftig eine klare Produktpositionierung, eine Spezifikation und einen klar definierten Preis haben werden", so Bauer. In dieser Standardisierung sieht PAC-Berater Kaiser jedoch auch die größte Gefahr für das Unternehmen: "Der Nutzen für den Kunden muss dabei immer erkennbar bleiben".

Deutliches Wachstum erwartet IBM in diesem Jahr mit Managed Services. Thematisch werden zudem Angebote in den Bereichen Security und SOA (serviceorientierte Architektur) stärker nachgefragt. "SOA ist das zentrale Thema in diesem Jahr", sagt Bauer. Auch der Trend zu Shared Service Centern werde weiter anhalten. "Das Thema erinnert mich sehr stark an die Ausgründung der IT-GmbHs bei deutschen Konzernen vor einigen Jahren", so der Manager.

Bei Großkunden ist IBM traditionell stark aufgestellt. "Neukunden werden wir künftig eher im Mittelstand gewinnen", meint Bauer. Der Konzern hat sich mittlerweile komplett branchenorientiert aufgestellt. Der Fokus liegt derzeit im öffentlichen Sektor und im Finanz- und Fertigungssektor.

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