Montag, 24. Juni 2019

Studie Die fünf größten IT-Dienstleister

2. Teil: T-Systems

1. T-Systems (Marktanteil: 10 Prozent)

Kaum ein deutscher Dienstleister bringt es auf mehr Gerüchte am Markt als die Tochter der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen. Mal steht das Unternehmen vor der Zerschlagung, ein anderes Mal vor der Übernahme. Zuletzt heizte Konzernchef René Obermann die Spekulationen an. Er kündigte an, einen internationalen Partner für seine Geschäftskundensparte zu suchen. Als mögliche Partner wurden in der Folge Firmen wie IBM Börsen-Chart zeigen, Tata, Capgemini oder Atos Origin genannt.

Outsourcing-Dienstleister: Die zehn größten Anbieter für den deutschen Markt
Outsourcing-Dienstleister: Die zehn größten Anbieter für den deutschen Markt

Die Diskussionen zeigen deutlich den Schwachpunkt des Dienstleisters. "T-Systems bleibt der Local Hero, das Unternehmen ist nicht global genug aufgestellt", sagt PAC-Berater Kaiser. Daran ändert auch ein Wachstum von 26 Prozent im Auslandsgeschäft. "T-Systems muss sich globaler aufstellen, um die Chancen im internationalen Geschäft mit IT-Services besser wahrnehmen zu können, auch für multinationale Kunden deutscher Herkunft", so Kaiser.

Die fünf größten Outsourcing-Kunden von T-Systems in 2006
West LB
Airbus
Barmer
Deutsche Bank
Siemens Gebäudetechnik
Schwierigkeiten hat dem Unternehmen im vergangenen Jahr auch das Mittelstandsgeschäft bereitet. Insgesamt konnte T-Systems hier nur um 0,75 Prozent zulegen. Der Dienstleister konnte somit kaum von der Übernahme des Mittelstandsgeschäfts der T-Com profitieren. "Wir spüren hier einen deutlichen Preisverfall bei allen Services im Telekommunikationsbereich", sagt Konzern-COO Ulrich Kemp.

Dennoch will der Manager an seinen Vorgaben für das Servicegeschäft im Mittelstand festhalten. Nach 622 Millionen Euro im vergangenen Jahr soll 2007 ein Umsatz von einer Milliarde Euro mit IT-Services für mittelständische Kunden erreicht werden. "Wir werden unsere Aktivitäten in diesem Bereich intensivieren, um die Rückgänge im Telekommunikationsbereich auszugleichen", so Kemp.

Schub durch Gesundheitskarte

Den größten Erfolg konnte die Telekom-Tochter im Projektgeschäft erzielen, dieser Bereich legte um rund 12 Prozent zu. Das Outsourcinggeschäft blieb auf der Umsatzseite nahezu konstant, was bei insgesamt fallenden Preisen auch ein Erfolg sein kann.

"Den Preisverfall im Kerngeschäft möchten wir auch mit einem Schwenk auf höherwertige Services ausgleichen", sagt Kemp. Dabei nennt der Manager Angebote wie Business Process Outsourcing (BPO), Outsourcing und Applikationsmanagement mit Schwerpunkt SAP Börsen-Chart zeigen. "Allerdings ist BPO noch kein Thema für den Mittelstand in Deutschland - hier erwarten wir Wachstum."

Große Hoffnungen hegt der Dienstleister für den Healthcare-IT-Bereich. "Hier erwarten wir uns aus Großprojekten wie der elektronischen Gesundheitskarte noch einmal einen deutlichen Schub.", sagt der T-Systems-COO. Auch der Bereich E-Traffic-Solutions verspreche Potenzial. Daneben ist das Unternehmen besonders stark im öffentlichen Bereich, der Automobil- und der Telekommunikationsindustrie.

Weitere Zukäufe in Deutschland sind bei der Telekom-Tochter eher unwahrscheinlich. Nach der Gedas-Übernahme will das Unternehmen das Wachstum in dieser Region organisch erreichen. Im Ausland sucht der Dienstleister nach Vorgaben des Telekom-CEOs Obermann einen strategischen Partner. Zudem scheint es, als ob T-Systems seine Schwachpunkte im internationalen Geschäft offensiv angeht. Geplant ist ein massiver Ausbau der Off- und Nearshore-Kapazitäten in verschiedenen Standorten wie Bangalore und St. Petersburg.

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung