Avaya Sechs Milliarden Euro für Telekomausrüster

Der amerikanische Telekomausrüster Avaya wird für umgerechnet sechs Milliarden Euro in bar von zwei großen amerikanischen Investmentfirmen übernommen. Käufer sind Silver Lake und TPG Capital.

New York - Der auch in Deutschland aktive US-Spezialist für Internettelefonie Avaya  geht für umgerechnet sechs Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Dollar) an zwei Finanzinvestoren. Die Beteiligungsfirmen TPG Capital und Silver Lake Partners zahlen jedem Avaya-Aktionär nach Angaben vom Dienstag einen unerwartet hohen Aufschlag von knapp 30 Prozent auf den Aktienkurs von Ende Mai - bevor dieser durch Übernahmegerüchte in die Höhe getrieben wurde.

Das Unternehmen gehörte früher zum Telekomausrüster Lucent Technologies  und davor zu AT&T . Avaya hat im vergangenen Geschäftsjahr 5,2 Milliarden Dollar umgesetzt und 201 Millionen Dollar verdient. Die Gesellschaft mit Sitz in Basking Ridge im US-Bundesstaat New Jersey hat rund 20.000 Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr gehörte der Telekomausrüster zu den internationalen Sponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Avaya hat weltweit mehr als eine Million Unternehmenskunden, darunter mehr als 90 Prozent der 500 größten US-Gesellschaften. Sie nutzen Software, Hardware und Dienstleistungen des Unternehmens für ihre Kommunikationsnetze mit Audio-, Video-, Internet-, E-Mail- und Daten-Funktionen.

In Deutschland übernahm Avaya Tenovis - vormals Bosch Telecom - und beschäftigt hierzulande etwa 4000 Mitarbeiter. Ende vergangenen Jahres kündigte das Unternehmen die Streichung von 10 Prozent der deutschen Stellen an.

Weil Avaya im Vergleich zu Rivalen wie Nortel  oder Cisco  Systems klein ist, gilt der Konzern seit geraumer Zeit als Übernahmekandidat. Der Konzern ist Marktführer bei Büroausrüstungen für die Internettelefonie und erzielt einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Dollar. Die Übernahme ist das jüngste Beispiel für die Konsolidierungswelle in der Branche der Telekomausrüster - etwa die Fusion der französischen Alcatel mit dem US-Konkurrenten Lucent  sowie die Schaffung der gemeinsamen Netzwerksparte von Nokia  und Siemens .

Die Übernahme soll nach Zustimmung von Aktionären und Behörden im Herbst abgeschlossen werden. Avaya darf sich jedoch innerhalb der kommenden 50 Tage nach einem besseren Angebot umschauen. Der vereinbarte Kaufpreis beläuft sich auf 17,50 Dollar je Avaya-Aktie. Am Montag hatten die Papiere an der Wall Street um 4 Prozent auf 16,72 Dollar zugelegt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters