Murdoch "Konstruktives Treffen mit Dow-Jones-Eignern"

Nach monatelangen vergeblichen Bemühungen konnte Medienmogul Rupert Murdoch am Montag endlich mit der Eigentümerfamilie des Dow-Jones-Verlags persönlich sprechen. Das Treffen sei lang und konstruktiv gewesen, berichtete der Milliardär anschließend. Ob es auch von Erfolg gekrönt war, ließ er allerdings offen.

New York - Im Übernahmepoker um den Mutterkonzern des renommierten "Wall Street Journal" hat der Medienmogul Rupert Murdoch erstmals die Hauptanteilseigner von Dow Jones  getroffen, um mit ihnen seine milliardenschwere Offerte zu besprechen. Nach den etwa fünfstündigen Beratungen in New York sagte Murdoch am Montag: "Wir hatten ein sehr langes und konstruktives Treffen."

Das Gespräch dürfte sich vor allem um die Bedenken der Dow-Jones-Eignerfamilie Bancroft gedreht haben, dass nach einer Übernahme durch Murdochs Medienkonzern News Corp.  die Redaktion des "Wall Street Journal" ihre journalistische Unabhängigkeit verlieren könnte. Einzelheiten aus dem Gespräch wurden zunächst nicht bekannt.

An dem Treffen nahmen neben dem 76-jährigen Murdoch und dessen Sohn James mehrere Schlüsselfiguren des Bancroft-Clans teil - darunter Christopher Bancroft, Leslie Hill und Elizabeth Steele. Die Bancrofts besitzen 64 Prozent der Anteile des Dow-Jones-Konzerns.

Murdoch hatte erstmals Anfang Mai erklärt, Dow Jones für fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) übernehmen zu wollen. Die Bancroft-Familie lehnte das Angebot zunächst kategorisch ab, teilte vergangene Woche Freitag aber überraschenderweise mit, zu Gesprächen mit Murdoch bereits zu sein.

Ebenso wie zunächst die Eigentümerfamilie hat sich auch ein Teil der Dow-Jones-Beschäftigten gegen den Verkauf an Murdoch ausgesprochen. Die Gewerkschaft IAPE, die rund 2000 Mitarbeiter des Unternehmens repräsentiert, will nach eigenen Angaben nach Alternativen zu einer möglichen Übernahme suchen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Gespräche mit anderen Investoren. Gleichzeitig teilte die IAPE mit, sie halte es für das Beste, wenn die Familie Bancroft weiter den Ton angebe.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters