29. Juni 2007 iPhone-Day

In knapp vier Wochen ist es soweit: Apple wird das mit Spannung erwartete Multimediahandy iPhone in den USA in den Handel bringen. Vermarktet werden soll das Gerät allerdings nur von einem Anbieter - auch in Deutschland. Dagegen regt sich bereits erheblicher Widerstand.

New York - Das neue Multimediahandy iPhone werde am 29. Juni in den USA in den Handel kommen, erklärte ein Apple-Sprecher am Montag und bestätigte damit Darstellungen in den am Sonntag ausgestrahlten Fernseh-Werbespots. In Europa wird das Mobiltelefon erst Ende des Jahres in den Handel kommen.

Spekulationen mehrerer Blog-Schreiber, Apple  könne den Termin für den US-Start Ende Juni nicht einhalten, wurden damit zunichte gemacht. Die Blogger hatten Mitte Mai entsprechende Gerüchte in Umlauf gebracht, woraufhin die Aktien des Elektronikherstellers binnen weniger Stunden mehr als 3 Prozent ihres Wertes verloren.

Apple-Chef Steve Jobs stellte das iPhone Ende Januar vor. Das Gerät ist eine Kombination aus Handy und iPod und lässt sich somit als MP3-Player, Telefon und zum Surfen im Internet nutzen. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenzprodukten wird es nicht mehr über eine Tastatur, sondern einen berührungssensitiven Bildschirm gesteuert.

Das iPhone werde je nach Speicherkapazität (vier und acht Gigabyte) in einer Preisspanne zwischen 499 und 599 Dollar (371 und 446 Euro) angeboten, so der Sprecher. Bis Ende 2008 will Apple zehn Millionen iPhones verkaufen und damit 1 Prozent Anteil am Handymarkt erreichen.

Die Vermarktung erfolgt ausschließlich über die Mobilfunksparte des Telekommunikationskonzerns AT&T . Auch in Deutschland soll das iPhone voraussichtlich nur von einem der vier Netzbetreiber exklusiv vermarktet werden.

Dagegen regt sich bereits erster Widerstand. Der Serviceprovider Talkline forderte Apple-Chef Steve Jobs in einem offenen Brief  dazu auf, das Handy über alle Anbieter zu vertreiben. Nur so habe der Verbraucher Entscheidungsalternativen, die ja eigentlich typisch für die Marke Apple ("think different") seien, erklärte Talkline. Bleibe es bei der Exklusivität, müssten sich Verbraucher nur aufgrund ihrer Handypräferenzen langfristig an ein bestimmtes Mobilfunknetz binden.

Unterdessen hat Microsoft-Chef Steve Ballmer bekannt gegeben, dass sich die Europa-Premiere des iPhone-Konkurrenten Zune verzögert. Die Markteinführung des Gerätes werde nicht wie erwartet im Herbst erfolgen, sagte Ballmer der Zeitschrift "Wirtschaftswoche".

"Bisher verlieren wir in dem Geschäft Geld, weil wir investieren müssen", so der Unternehmenschef. "Daher haben wir uns entschieden, noch nicht in neue Märkte zu gehen." Wann Zune letztendlich auf den europäischen Markt kommen soll, ist Balmer zufolge unklar.

Noch im Januar hatte Microsoft-Marketingdirektor Jason Reindorp erklärt, Zune komme wahrscheinlich noch vor Weihnachten nach Europa. In den USA ist der Spieler seit Herbst auf dem Markt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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