ProSiebenSat.1/SBS Der Weg ist frei

Das Ziel ist klar: Die Finanzinvestoren KKR und Permira wollen ihre TV-Beteiligungen ProSiebenSat.1 und SBS miteinander verschmelzen. Der niederländische Medienkonzern TMG hätte diese Pläne allerdings torpedieren können. Nun ist dieses Hindernis aus dem Weg geräumt - mit einer schwerwiegenden Folge für die deutsche Sendergruppe.

Hamburg - Der niederländische Medienkonzern Telegraaf Media Groep (TMG) erhält eine Option auf die Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an der Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 Media . Eine entsprechende Vereinbarung sei mit den ProSiebenSat.1-Eigentümern KKR  und Permira unterzeichnet worden, teilte TMG am Freitag mit.

Mit der Absprache räumen die beiden Finanzinvestoren ein mögliches Hindernis aus dem Weg. TMG hält 20 Prozent an dem niederländischen Sender SBS, die restlichen 80 Prozent sind in der Hand von KKR und Permira. Die Unternehmen planen, SBS und ProSiebenSat.1 zu verschmelzen. Da TMG allerdings ein Vorkaufsrecht auf die SBS-Aktien hat, könnten die Niederländer die Sendergruppe demnach zu den gleichen Konditionen wie KKR und Permira übernehmen.

Die beiden Finanzinvestoren befürchteten nun, dass TMG ihre Fusionspläne für ProSiebenSat.1 und SBS über Monate hinweg blockieren könnten. Deshalb boten sie den Niederländern die Option auf die Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an ProSiebenSat.1 an. Einzige Bedingung: TMG darf sich nur an dem deutschen Fernsehkonzern beteiligen, wenn dieser wie geplant den niederländischen Sender SBS übernimmt. Wie hoch die mögliche Beteiligung an dem deutschen Fernsehsender gemäß der Option werden kann, wurde nicht bekannt.

Über den Zusammenschluss mit der niederländischen Fernsehgruppe SBS will ProSiebenSat.1 spätestens im Juli entscheiden. Durch den Kauf soll ein europaweit agierender neuer Fernsehkonzern entstehen. Der Preis für SBS soll bei rund 3,5 Milliarden Euro liegen. Derzeit prüfen ProSiebenSat.1-Vertreter bei SBS die Bücher.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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