Dell Die Nummer zwei kämpft

Der Computerkonzern Dell leidet unter dem aggressiven Preiskampf mit dem neuen Marktführer Hewlett-Packard. Zwar stiegen Umsatz und Gewinn im ersten Quartal stärker als erwartet, doch für die nächsten Monate sind die Prognosen düster. Das Unternehmen kündigte deshalb den Abbau von rund 8000 Stellen an.

Round Rock - Der operative Gewinn sei im ersten Quartal auf 947 Millionen Dollar oder 0,34 Dollar je Aktie im gestiegen, teilte Dell  mit. Analysten hatten lediglich mit einem Gewinnanstieg auf 0,26 Dollar je Aktie gerechnet, im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn je Aktie bei 0,33 Dollar gelegen. Unter dem Strich sei der Gewinn in dem Berichtszeitraum auf 759 Millionen Dollar von 762 Millionen Dollar im Vorjahr geschrumpft, hieß es weiter.

Der Umsatz stieg von 14,2 auf 14,6 Milliarden Dollar. Hier hatten die Experten einen Anstieg auf 13,95 Milliarden Dollar erwartet. Das Ergebnis des abgelaufenen Quartals habe vom Rückgang der Komponentenkosten profitiert, hieß es bei Vorlage des Zwischenberichts.

"Die Ergebnisse waren viel besser als erwartet", sagte Shaw Wu von American Technology Research. Die Zahlen wurden laut Dell revidiert. Die Aufsichtsbehörden nehmen seit zwei Jahren die Buchführung des Unternehmens unter die Lupe. Auch an der Börse wurden die Zahlen im nachbörslichen Handel begeistert aufgenommen. Die Aktie legte um 7,3 Prozent zu auf 28,88 Dollar.

Dell rechnet allerdings damit, dass die operative Marge im zweiten Quartal wegen saisonaler Schwankungen unter Druck geraten könne. Zudem könne das Gesamtjahresergebnis unter anderem von zunehmendem Wettbewerbsdruck, aggressiverer Preisgestaltung in der Branche und höheren Komponentenkosten in der zweiten Jahreshälfte beeinflusst werden.

Der Konzern kündigte deshalb die Entlassung von mehr als 8000 Mitarbeitern im Laufe des nächsten Jahres an. Dies sei Teil der laufenden Umstrukturierung, erklärte Dell. Die Stellenstreichungen würden regional, je nach Kundensegment und je nach Funktion unterschiedlich ausfallen. Die geplanten Stellenstreichungen entsprechen rund 10 Prozent der derzeit weltweit 88.100 Beschäftigten.

Erzrivale Hewlett-Packard  hatte den einstigen Börsenliebling Dell im vergangenen Jahr an der Weltspitze der PC-Produzenten abgelöst. Im Januar übernahm Firmengründer Michael Dell wieder die Führung des Unternehmens, um Boden gut zu machen.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa-afx und reuters

Verwandte Artikel