Arcor Beschleunigter Kundenstrom

Der DSL-Boom hat Deutschlands zweitgrößtem Festnetzanbieter Arcor im vergangenen Geschäftsjahr ein rekordverdächtiges Kundenwachstum beschert. Damit in diesem Jahr ein ähnliches Ergebnis erzielt wird, will die Vodafone-Tochter wie vor Kurzem die Deutsche Telekom auch ihre Preise senken.

Frankfurt am Main - Der Telekomkonzern Arcor hat im abgelaufenen Quartal einen Rekordzuwachs im Breitbandgeschäft verzeichnet. Die Zahl der DSL-Nutzer sei zwischen Januar und Ende März um 245.000 auf 2,1 Millionen geklettert, sagte Vorstandschef Harald Stöber am Donnerstag. Das entspreche einem Marktanteil von 13,4 Prozent. Die Vodafone-Tochter wuchs damit schneller als die anderen Wettbewerber der Deutschen Telekom .

Die Mehrzahl der Arcor-Kunden nutzt das kombinierte Angebot aus Sprachtelefonie- und Internetanschluss, für das Arcor Ende des Jahres den Preis gesenkt hatte. Die Telekom ihrerseits verlangt inzwischen für ihre Bündelangebote 10 bis 15 Prozent weniger. Stöber bekräftigte, dass er den Marktführer dabei nicht allein lassen könne. "Die Telekom wird keine wochenlangen Vorsprünge bekommen", sagte Stöber. Im August will Arcor wie der größere Konkurrent zusätzlich auch Fernsehen über den Internet-Anschluss anbieten.

Beim Umsatz verbuchte das Unternehme im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2006/2007 ein Wachstum von 10 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro und beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) einen Zuwachs von 17 Prozent auf 394 Millionen Euro. Der Überschuss sprang von 54 auf 98 Millionen Euro und war damit zum zweiten Mal in Folge in den schwarzen Zahlen.

Arcor glich mit dem Gewinnplus Rückgänge der Konzernschwester Vodafone D2 aus, die im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rückgang von knapp 10 Prozent verbucht hatte. Die Handygesellschaft leidet wie ihre Wettbewerber unter regulatorischen Auflagen und dem harten Preiskampf.

Der britische Mutterkonzern Vodafone  hatte sich im vergangenen Jahr entgegen früher Pläne für ein Festhalten an Arcor entschieden, um vom DSL-Boom zu profitieren. Auf dem Breitbandmarkt kommen die Tarife allerdings zunehmend unter Druck, da die Telekom ihre führende Position ausbauen will und erst vor Kurzem die Tarife gesenkt hat.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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