Google Alarmierte Datenschützer

Die Speicherung von Suchanfragen bei Google stößt bei europäischen Datenschützern auf Unbehagen. Die sogenannte Artikel-29-Gruppe fordert den Konzern nun dazu auf, ihr genaue Informationen über die gängige Speicherpraxis zu übermitteln.

Brüssel/Hamburg - Google  ist wegen der Speicherung von Suchanfragen im Visier von EU-Datenschützern. Mit der Bevorratung der Suchanfragen verletzt der Suchmaschinenspezialist möglicherweise die Datenschutzgesetze. Die sogenannte Artikel-29-Gruppe, unabhängige Experten aus der EU, verlangt in einem Brief Auskunft von Google über die Speicherpraxis.

Ein Sprecher von EU-Justizkommissar Franco Frattini sagte am Freitag in Brüssel: "Der Kommissar hält die in dem Brief gestellten Fragen für angemessen." Es bleibe nun abzuwarten, welche Antworten das Unternehmen hat. Der Vorsitzende der Artikel-29-Gruppe ist der deutsche Datenschutzbeauftragte Peter Schaar.

Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete, will Google noch vor der nächsten Sitzung der Beratergruppe im Juni eine Stellungnahme abgeben. Peter Fleischer, Google-Datenschutz- Experte in Paris, sagte, das Unternehmen sehe sich verpflichtet, einen konstruktiven Dialog mit den Datenschützern zu führen.

Noch bis vor kurzem speicherte das Unternehmen bei jeder Suche weltweit jeweils den vom Nutzer eingegebenen Suchbegriff und die IP-Adresse seines Computers auf unbestimmte Zeit. Dies sei vor allem aus Sicherheitsgründen geschehen, stellte das Unternehmen fest. Vor wenigen Wochen schränkte Google die Bevorratung auf eineinhalb bis zwei Jahre ein. Dies sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, reiche aber vermutlich nicht aus, sagte Datenschützer Schaar.

Auch wenn Google derzeit im Rampenlicht steht, dürften solche Datenschutzbedenken mehrere große Unternehmen betreffen. So speichern auch Google-Konkurrenten wie Yahoo  oder Microsoft  die Daten der Nutzer der Portale oder Suchmaschinen, um Nutzergruppen gezielt mit Werbeanzeigen bedienen zu können. Wie Bloomberg berichtet, seien bei Yahoo oder Microsoft allerdings noch keine entsprechenden Anfragen der Datenschützer eingetroffen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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