Aegis Media Nachspiel in Millionenhöhe

Die von einem Betrugsskandal gebeutelte Mediaagentur Aegis geht in die Offensive. Das Unternehmen will sich von Ex-Mitarbeitern einen Teil des mutmaßlich veruntreuten Firmenvermögens in Höhe von 35 Millionen Euro zurückholen.

Wiesbaden - Aegis fordert von einigen ihrer ehemaligen Geschäftsführer und deren Helfern insgesamt 15 Millionen Schadensersatz. Das berichtet die Zeitschrift DER SPIEGEL in ihrer kommenden Ausgabe.

Dem früheren Agenturchef Aleksander Ruzicka und drei seiner Kollegen wirft die Staatsanwaltschaft in Wiesbaden vor, von TV-Sendern erhaltene Werbezeiten-Rabatte mithilfe eines Geflechts von Scheinfirmen selbst vermarktet – und so die Aegis um Millionen betrogen zu haben. Ruzicka hingegen, der seit dem 25. Oktober vergangenen Jahres in Frankfurt am Main in Untersuchungshaft sitzt, hat in seinen Vernehmungen bislang jedes Fehlverhalten bestritten.

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt darf Aegis als Schadensersatz das Vermögen der insgesamt 13 Beschuldigten in einer Höhe von bis zu 15 Millionen Euro pfänden. Inzwischen haben die Ermittler rund 3,6 Millionen Euro auf verschiedenen Konten der Beschuldigten sichergestellt.

Außerdem hat Aegis Sicherungshypotheken auf Grundstücke in Höhe von weiteren 5,5 Millionen Euro eintragen lassen, darunter auch Ruzickas Villa in bester Wiesbadener Lage. Mit einer Anklage gegen den früheren Agenturchef, der weit über vier Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll, wird in den nächsten Wochen gerechnet.

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