Premiere Dell-PCs im Supermarkt

Im Kampf um die Marktführerschaft bricht der PC-Hersteller Dell mit seinem bisherigen Geschäftsmodell. Künftig will der US-Konzern seine Rechner auch über den weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart verkaufen.

Boston - Ab dem 10. Juni werde Dell  zwei Computermodelle in den 3000 nordamerikanischen Filialen von Wal-Mart  anbieten, erklärte ein Unternehmenssprecher, der zugleich weitere Schritte dieser Art voraussagte. "Die heutige Ankündigung mit Wal-Mart ist nur der erste Schritt."

Bei den angebotenen Modellen handelt es sich um Rechner der "Dimension"-Familie der Bauart E521. Der billigste dieser PCs kostet auf der Dell-Internetseite 359 Dollar. Wie viel der Käufer für die Rechner bei Wal-Mart bezahlen müsste, konnte das Unternehmen noch nicht sagen.

Mit der Vertriebsänderung bricht Dell mit seinem bisherigen Geschäftsmodell. Seit seiner Gründung 1984 verkauft der US-Konzern seine Rechner nur nach Bestellungen über das Telefon oder das Internet an den Kunden, um die Produkte günstiger anbieten zu können. Dieser Weg soll auch weiterhin bestehen bleiben.

Der Direktverkauf gilt inzwischen aber nicht mehr als Kostenvorteil. So musste das Unternehmen aus Round Rock in Texas seine Position als größter PC-Hersteller kürzlich an HP abgeben, der seine Computer bei Einzelhändlern wie CompUSA oder Circuit City verkauft.

Auch Apple  hat inzwischen eine Kette von 170 eigenen Läden aufgebaut. Analysten und Investoren fordern seit Jahren von Dell, ebenfalls diesen Weg zu gehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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