Axel Springer Ab ins Netz

Sein Ziel, die Webaktivitäten des Axel-Springer-Konzerns deutlich auszubauen, verfolgt Vorstandschef Mathias Döpfner mit eisernem Willen. Ein Finanzportal wurde bereits gekauft, eine Handelsplattform ist in Planung und nun steht der Kauf eines Online-Werbedienstleisters auf dem Programm.

Berlin - Der Axel-Springer-Konzern  und die Schweizer Publi Groupe erwerben gemeinsam den Online-Marketingdienstleister Zanox. Der Kaufpreis für den vollständigen Erwerb aller Anteile an Zanox belaufe sich auf 214,9 Millionen Euro zuzüglich einer erfolgsabhängigen Zahlung und werde zu 60 Prozent durch Axel Springer und zu 40 Prozent durch Publi Groupe getragen, hieß es in einer Mitteilung.

Die Akquisition erfolgt den Angaben zufolge rückwirkend zum 1. Januar 2007 und steht unter dem Vorbehalt der Genehmigungen durch die Kartellbehörden in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich.

Zanox bietet laut der Mitteilung werbetreibenden Unternehmen, E-Commerce-Anbietern und Online-Shopbetreibern eine internetbasierte Plattform für den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen über unterschiedliche Kanäle. Kern des Leistungsangebots sei ein schnell wachsendes internationales Netzwerk aus mehr als einer Million Vertriebspartnern in über 180 Ländern, die Unternehmen für Vermarktung und Vertrieb nutzen können.

Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner sagte, die Beteiligung an Zanox ermögliche seinem Unternehmen den Eintritt in einen neuen Wachstumsmarkt der Onlinewerbung. "Wir sichern uns dadurch den Zugang zu neuen Werbeformen, neuen Kundengruppen und neuem technologischen Know-how."

Fachinformationsdienst im Visier

Das in Berlin ansässige Unternehmen wurde im Jahr 2000 gegründet und beschäftigt weltweit mehr als 275 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr steigerte Zanox den Umsatz um 48 Millionen Euro auf 107 Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebitda) betrug acht Millionen Euro.

Außerdem plant Springer eine Beteiligung an dem Fachinformationsdienst Zertifikate Journal, das auf Daten zu strukturierten Finanzprodukten spezialisiert ist. Die Unternehmen befänden sich in exklusiven Verhandlungen, teilte Zertifikate Journal mit.

Die Springer-Tochter Axel Springer Finanzen Verlag beabsichtige den Kauf von 30 Prozent der Anteile an dem im schwach regulierten Entry Standard notierten Unternehmen. Die Aktien stammten aus dem Besitz der Gründerfamilien. Das Paket von 30 Prozent wäre am Dienstag an der Börse rund 10,3 Millionen Euro wert gewesen.

Die Gesellschaft hat früheren Angaben zufolge im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,55 Millionen Euro und einen Überschuss von 2,45 Millionen Euro erwirtschaftet. Zu der Springer-Tochter gehören unter anderem die Magazine "Euro", "Euro am Sonntag" und "Fonds & Co.".

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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