Flashspeicher Intel und ST Micro schmieden Marktführer

Seit eineinhalb Jahren arbeiten ST Microelectronics und Intel bereits im Flashspeichergeschäft zusammen. Nun gehen die beiden Chipgiganten einen bedeutenden Schritt weiter und verschmelzen ihre Sparten in einem neuen Unternehmen. Die Börse reagierte mit einem Kursfeuerwerk auf die Joint-Venture-Ankündigung.

Paris - Geplant sei die Gründung eines Joint Ventures, in dem die beiden Unternehmen künftig ihre Aktivitäten bei Flashspeicherchips bündeln wollen, teilten Intel  und ST Microelectronics  am Dienstag mit. An dem neuen Unternehmen soll Intel 45,1 Prozent und ST Micro 48,6 Prozent halten. Mit im Boot ist außerdem der Finanzinvestor Francisco Partners aus Kalifornien, der für 150 Millionen Dollar 6,3 Prozent der Anteile erhält.

Flashspeicher kommen in Geräten wie Digitalkameras, Handys und MP3-Playern zum Einsatz und könnten eines Tages die herkömmlichen Festplatten in Laptops ersetzen, da sie viel weniger Strom verbrauchen. Zusammen hatten die entsprechenden Sparten der beiden Partner im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Mit einem Abschluss der Transaktion sei im zweiten Halbjahr zu rechnen, teilten die beiden Unternehmen weiter mit. Sitz des Joint Ventures, dessen Name noch nicht feststeht, wird Holland. Die Zentrale soll in der Schweiz liegen. Zusammen beschäftigt die neue Gesellschaft rund 8000 Mitarbeiter.

Formal kauft das neue Unternehmen das jeweilige Speicherchipgeschäft von Intel und ST Micro. Intel erhält dafür neben den Anteilen 432 Millionen Dollar in bar, ST Micro bekommt 468 Millionen Dollar.

Die Aktien des italienisch-französischen Herstellers reagierten im vorbörslichen US-Handel auf die Ankündigung zeitweise mit einem Kursgewinn von über 15 Prozent, Intel-Aktien legten im vorbörslichen Handel in New York ebenfalls zu.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, dow jones und reuters