Telefonmarkt Die Telekom will kämpfen

Europas größte Telefongesellschaft will nicht weiter mit ansehen, wie ihr die Kunden in Deutschland den Rücken kehren. Die Deutsche Telekom hat deshalb ihre Preise für schnelle Internetanschlüsse gesenkt. Das Unternehmen hofft, die Abwanderung ihrer Kunden zur Konkurrenz so zu stoppen.

Bonn - Die Deutsche Telekom  will mit Preisnachlässen für DSL-Anschlüsse den Druck auf die Konkurrenten erhöhen und ihre eigene Marktstellung festigen. "Die Telekom wird sich nicht auf den Rücken drehen und darauf warten, dass die Kunden weglaufen, weil wir als preisunwürdig angesehen werden", sagte Timotheus Höttges, im Telekom-Vorstand für das Festnetz zuständig.

Die "neue Telekom", so Höttges, kämpfe um jeden Kunden. "Dazu haben wir die Preise für unsere Double-Play-Angebote um bis zu 15 Prozent gesenkt." Die Kunden können ab Juni für einen monatlichen Pauschaltarif von 35 bis 50 Euro unbegrenzt im Internet surfen und in das deutsche Festnetz telefonieren.

Mit dem Preisabschlag feuert das Bonner Unternehmen den Wettbewerb auf dem Breitbandmarkt an. In den vergangenen Monaten hatten Wettbewerber wie United Internet  oder Versatel  ihre Tarife für einen DSL-Anschluss gesenkt, um ihre Marktposition auszubauen. Für dieses Jahr rechnen Experten mit bis zu fünf Millionen neuen Breitbandkunden, die den Anbietern höhere Umsätze ermöglichen. Trotz der Tarifoffensive sieht Höttges die Telekom nicht als "Billigheimer", da der Konzern seinen Kunden einen umfassenden Service und zusätzliche Dienste bietet.

"Ohne Mehrpreis beinhaltet unser Angebot die komplette Installation, das heißt, wir kommen ins Haus und gehen erst wenn alles läuft." Zusätzlich biete das Unternehmen bundesweit die uneingeschränkte Nutzung von sogenannten Hotspots.

Unterdessen geht der Streik vieler Telekom-Angestellter in der dritten Streikwoche weiter. "Am Dienstag beteiligen sich bundesweit erneut knapp 15.000 Beschäftigte an dem Arbeitskampf", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Es sei weiter mit Beeinträchtigung bei den Callcentern und im Kundendienst zu rechnen. Der Protest richtet sich gegen die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in den neuen Bereich T-Service.

Die Telekom will mit dem Umbau ihre Kosten um jährlich bis zu 900 Millionen Euro senken und die Servicequalität verbessern. Die betroffenen Mitarbeiter sollen länger arbeiten und dabei weniger verdienen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters