Vorstandsbeschluss "Bild" nach Berlin

Mathias Döpfner macht Ernst: Der Axel-Springer-Chef und seine Vorstandskollegen haben den Umzug von "Bild" und "BamS" nach Berlin beschlossen. Der Medienkonzern will nun Gespräche mit den Betriebsräten aufnehmen. Mitarbeiter protestieren gegen die Verlagerung.

Hamburg/Berlin - Die Boulevardblätter "Bild" und "Bild am Sonntag" (BamS) ziehen nach einer Entscheidung des Axel-Springer-Vorstands von Hamburg nach Berlin um. Betroffen sind die Redaktionen der Blätter sowie die Marketing- und Vertriebsbereiche, insgesamt sind es bis zu 700 Mitarbeiter. Die Grundsatzentscheidung sei bei einer Sitzung am Dienstag gefallen, teilte ein Sprecher der Axel Springer AG  am Abend mit.

Nun sollen schnellstmöglich Gespräche mit den Betriebsräten aufgenommen werden. Der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner sagte bei der Vorlage der Quartalszahlen, dass ein Umzug publizistische und verlegerische Gründe und keine Rationalisierung zum Ziel habe.

Am gleichen Tag protestierten Mitarbeiter des Konzerns in Hamburg gegen die Verlagerung. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi brachten rund 400 Beschäftigte zur Mittagszeit vor dem Verlagsgebäude ihr Unverständnis über die Pläne zum Ausdruck. Etliche waren in roten T- Shirts mit der Aufschrift "Ich bin kein Berliner" gekommen.

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann hatte den Umzugswunsch unter anderem mit der "neuen Rolle Berlins" als politisches und kulturelles Zentrum begründet. In einem Zeitungsinterview hatte Diekmann kürzlich gesagt, dass er gern am 3. Oktober - am Tag der Deutschen Einheit - die erste "Bild"-Ausgabe in Berlin produzieren wolle.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx