Kabelnetzbetreiber Wettbieten um Primacom

Mindestens zwei Interessenten buhlen offenbar um den Mainzer Kabelnetzbetreiber Primacom. Auch Marktführer Kabel Deutschland bietet einem Pressebericht zufolge mit.

Mainz - Der Mainzer Kabelnetzbetreiber Primacom  hat Übernahmeverhandlungen bestätigt. "Dieses Ansinnen haben mehrere Parteien gegenüber der Gesellschaft geäußert. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir jedoch zu dem schwebenden Verfahren keine weiteren Einzelheiten nennen", teilte das Unternehmen am Montagabend in Mainz mit und bestätigte damit teilweise einen Pressebericht.

Zuvor hatte die Tageszeitung "Welt" (Dienstagausgabe) vorab berichtet, dass es um Primacom ein Wettbieten geben könnte. Sowohl die Kabel Deutschland GmbH als auch der Finanzinvestor Orion Cable hätten Übernahmeangebote abgegeben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise. Beide Gebote basierten auf dem Neunfachen des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von Primacom, was knapp 454 Millionen Euro entspreche. Das Unternehmen hatte 2006 bei 116,4 Millionen Euro Umsatz ein Ebitda von 50,4 Millionen Euro erzielt.

Primacom versorgt auf der so genannten Netzebene 4, also dem Zugang bis zur Verteilerdose im Haus des Kunden, etwa 1,3 Millionen Haushalte mit Kabelfernsehen. Am Netz von Marktführer Kabel Deutschland GmbH hängen zwar fast zehn Millionen Haushalte. Das Unternehmen hat aber laut "Welt" in vielen Gebieten Deutschlands keine Leitung bis direkt zu den Haushalten.

Primacom gilt als einer der wenigen Kabelnetzbetreiber, der noch nicht mehrheitlich im Besitz von Finanzinvestoren ist. Knapp 14,3 Prozent der Anteile gehören dem Gründer Wolfgang Preuß, fast 58,6 Prozent befinden sich in Streubesitz. Orion Cable ist an Primacom bereits mit gut 25,8 Prozent beteiligt und hatte im September schon die Tele Columbus Kabel Holding übernommen.

manager-magazin.de mit Material von dpa