Milliardendeal Berlusconi kauft Endemol

Silvio Berlusconi hat wieder zugeschlagen: Der spanische Telekomkonzern Telefónica veräußert seine TV-Produktionstochter Endemol an ein Konsortium um Berlusconis Medienkonzern Mediaset - allerdings mit einem ordentlichen Verlust.

Madrid - Der Preis für die 75-prozentige Beteiligung an Endemol beträgt 2,63 Milliarden Euro, teilte Telefonica  am Montag mit. Die Käufer wollen darüber hinaus ein Übernahmeangebot über die ausstehenden 25 Prozent an dem TV-Produzenten, der für Reality-Shows wie "Big Brother" bekannt ist, abgeben.

Zu dem Konsortium gehören neben dem von Berlusconi kontrollierten größten Privatsender Italiens, Mediaset , die US-Investmentbank Goldman Sachs  und das Investmentvehikel Cyrte Investments von John de Mol.

Bereits seit Monaten wird über einen Wiedereinstieg John de Mols bei Endemol spekuliert. Im September erklärte de Mol, Mediaset sei an ihn mit dem Vorschlag herangetreten, gemeinsam für den Telefonica-Anteil zu bieten. Seit Januar hält de Mols Investmentgesellschaft Cyrte überdies gut 5 Prozent an Endemol. Investoren spekulierten daraufhin, ob dies ein erster Schritt hin zu einer vollständigen Übernahme Endemols durch den früheren Besitzer sein könnte.

John de Mol arbeitet seit mehr als 30 Jahren im TV-Geschäft. Endemol hatte er 1994 mit seinem einstigen Rivalen Joop van den Ende gegründet. Im Jahr 2000 verkauften die beiden Geschäftsmänner das Unternehmen an Telefonica für 5,5 Milliarden Euro.

Die Spanier brachten im November 2005 einen Teil des TV-Produzenten an die Börse und erlösten damit 1,1 Milliarden Euro. Neben dem Konsortium um John de Mol und Mediaset waren auch die mexikanische Televisa an dem Unternehmen interessiert.

Für Telefónica bedeutete der Verkauf eigenen Angaben zufolge einen Buchgewinn von 1,4 Milliarden Euro. Der spanische Konzern will damit unter anderem den Einstieg bei seinem Wettbewerber Telecom Italia finanzieren.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und reuters

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