Premiere Angeschaltet

Nach kräftigen Verlusten im vergangenen Jahr konnte Premiere-Chef Georg Kofler für das erste Quartal 2007 wieder einen Gewinn verkünden. Das lag vor allem an der Kooperation mit Wettbewerber Arena, durch den der Münchener Bezahlsender eine Vielzahl neuer Kunden gewann. Die neue Strategie ging allerdings zulasten des Umsatzes.

München - Der Verlust der Bundesliga-Rechte sei besser verkraftet worden als erwartet, sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Donnerstag. Im ersten Quartal konnte Premiere  trotz der neuen Konkurrenz durch Arena 50.000 neue Kunden gewinnen. Allerdings geht das neue Preismodell, mit dem die Abonnenten gelockt werden, auf Kosten des Umsatzes.

In den ersten drei Monaten des neuen Jahres erzielte Premiere einen Gewinn von 4,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 18,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit Verlusten von knapp 20 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz brach um fast 18 Prozent auf 224 Millionen Euro ein.

Nachdem Premiere zumindest im Kabel durch eine Kooperation mit seinem Konkurrenten Arena wieder die Fußball-Bundesliga anbieten kann, stieg die Zahl der Abo-Kunden seit Jahresbeginn um 1,5 Prozent wieder leicht an. Mit 3,46 Millionen liegt die Abonnentenzahl jedoch um knapp 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das stark beworbene Pauschalangebot Premiere Flex ohne Vertragsbindung habe dem Unternehmen über 72.000 Neukunden beschert.

Keine Lösung für Arena-Kooperation in Sicht

Die Zukunft der Kooperation von Premiere und Arena ist weiter offen. Premiere hatte sich im Februar mit seinem Rivalen verbündet, der den Münchenern die Live-Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga weggeschnappt hatte. Premiere vereinbarte mit dem neuen Rechteinhaber eine Vermarktungskooperation, im Gegenzug stieg Arena mit einer Beteiligung von knapp 17 Prozent bei Premiere ein.

Wegen Bedenken des Bundeskartellamts legten die Partner jedoch im April ihre Vertriebskooperation bei der Satellitenübertragung auf Eis. Derzeit verbreitet Premiere das Arena-Angebot nur an Kabelfernsehkunden. Die Wettbewerbshüter hatten angekündigt, das Bündnis genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch die Fernsehaufsicht KEK hatte eine Überprüfung angekündigt.

Eine Lösung konnte Kofler am Donnerstag noch nicht präsentieren. "Die Vertragspartner befinden sich derzeit in konstruktiven Verhandlungen", hieß es lediglich. Spätestens bis Ende Mai wollen Premiere, Arena und Unity Media als Arena-Besitzer ein kartellrechtlich unbedenkliches Modell präsentieren.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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