Linux IBM goes Red Hat

Der Computerkonzern IBM und der Linux-Anbieter Red Hat haben offenbar eine umfangreiche Kooperation bei Großrechnern geschlossen. Die Vereinbarung gilt als Rückschlag für den Red-Hat-Konkurrenten Novell. Auch mit Amazon konnte sich IBM einigen.

Boston - Als weltgrößter Hersteller von Großrechnern, der sogenannten Mainframes, werde IBM  dabei helfen, die Software des alternativen Betriebssystems zu entwickeln, zu verkaufen und zu unterstützen, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Zusammenarbeit solle auf einer am Mittwoch beginnenden Red-Hat-Konferenz in den USA verkündet werden. Beide US-Firmen nahmen zu den Angaben keine Stellung.

Großrechner wie die "Series z" von IBM werden von Banken, Behörden und Börsen verwendet, die für wichtige Berechnungen eine große Ausfallsicherheit benötigen. Bislang verwendet IBM als Linux-Variante auf diesen Systemen überwiegend die Produkte des schärfsten Red-Hat-Konkurrenten Novell .

Experten sprachen daher auch von einem großen Glaubwürdigkeitsgewinn für Red Hat. Die Partnerschaft zeige, dass das Unternehmen in der Liga der großen Unternehmen mitspielen könne, sagte Trip Chowdhry von Global Technology Research. Ein Sprecher von Novell sagte, angesichts des Erfolgs seiner Firma in dem Bereich sei der Schritt von Red Hat keine Überraschung.

Der Kern des Linux-Betriebssystem wird im Internet entwickelt und ist dort kostenlos verfügbar. Unternehmen wie Red Hat und Novell fügen dem weitere Software hinzu und bieten ihren Kunden neben diesem Gesamtpaket auch Dienstleistungen an. Beide Anbieter drängen Unternehmen dazu, auf allen Computern, von PCs bis zu Großrechnern, Linux zu installieren. Ein einheitliches Betriebssystem soll es den Nutzern ersparen, für verschiedene Rechnerarten umlernen zu müssen.

Unterdessen wurde auch bekannt, dass IBM seinen Patentstreit mit dem Internetversandhaus Amazon  beigelegt hat. Amazon habe eine bestimmte Summe an IBM gezahlt und alle Differenzen seien nun ausgeräumt, teilten beide Unternehmen mit. Zudem sei ein langfristiger Vertrag über gegenseitige Lizenzierungen abgeschlossen worden.

IBM hatte Amazon im Oktober wegen "schwerwiegender Patentverletzungen" auf Schadensersatz verklagt. Der Konzern hatte Amazon vorgeworfen, in Kernbereichen vorsätzlich eine Reihe von Patenten zu verletzen. Diese beträfen etwa Dienste, die Kunden Bestellungen aus einem elektronischen Katalog erlauben und die Darstellung von Werbung ermöglichen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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