Reuters Steigt Murdoch ein?

Überraschendes Angebot: Die Nachrichtenagentur Reuters ist offensichtlich Ziel eines Investors. Wie der Vorstand der Agentur meldete, stehe aber nicht fest, ob es zu einem Verkauf komme. Nur, wer ist der Bieter?

London - Die Nachrichten- und Finanzmarktdaten-Agentur Reuters  hat von einer nicht genannten Adresse eine Übernahmeanfrage erhalten. Dies bestätigte der Reuters-Vorstand am Freitag. Es stehe jedoch nicht fest, ob und zu welchen Bedingungen es zu einer Übernahme kommen werde. Eine weitere Mitteilung werde zu gegebener Zeit erfolgen, hieß es weiter. Die Reuters-Aktie kletterte am Vormittag um knapp 24 Prozent und notierte zuletzt bei 610 Pence.

In Londoner Börsenkreisen kursieren Gerüchte, wonach Thomson Financial an den Briten interessiert sein soll und rund 600 Pence je Aktien bieten will. Eine weitere Spekulation läuft in Richtung News Corp.

Das dem australischen Medienunternehmer Rupert Murdoch gehörende Medienkonglomerat hat erst vor wenigen Tagen dem US-Medienkonzern Dow Jones mit seinem Flaggschiff "Wall Street Journal" eine Kaufofferte unterbreitet, die von deren Mehrheitseigentümer bislang negativ beschieden wurde.

Die Satzung von Reuters beinhaltet allerdings einen Passus, der durch Begrenzung der Beteiligung an dem Unternehmen die journalistische Integrität sicherstellen soll. Analysten zufolge schützt dies den Konzern aber nicht vor einer Übernahme. Laut Internetseite der Nachrichtenagentur darf niemand 15 Prozent oder mehr an der Gesellschaft halten. Sollte diese Grenze überschritten werden, dann müsse das Management von Reuters die Person auffordern, Aktien zu verkaufen, um wieder unter den Schwellenwert zu kommen.

Reuters hatte zuletzt für das Jahr 2006 einen Vorsteuergewinn von 313 Millionen Pfund ausgewiesen. Das entsprach einem Plus von 32 Prozent. Der Umsatz war um 6,5 Prozent auf 2,57 Milliarden Pfund gestiegen. Insgesamt fielen die Zahlen besser aus, als vom Vorstand erwartet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und vwd

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.