Bieterwettstreit Wer bekommt EMI?

Warner Music will EMI schon seit Langem. Auch die Finanzinvestoren Permira und KKR haben bereits ihr Interesse an dem britischen Musikkonzern bekundet. Nun steigt offenbar auch die J.P.-Morgan-Tochter One Equity mit einem Gebot von fast neun Milliarden Euro in das Bieterrennen ein. Die Börse reagierte mit einem Kursfeuerwerk.

London - Einige Interessenten seien für eine mögliche Übernahme an das Unternehmen herangetreten, teilte EMI  am Freitag mit. Dies bedeute aber nicht, dass es auch zu einem definitiven Angebot komme. Nach der Mitteilung von EMI kletterten die Aktien am Freitagmorgen um 8,24 Prozent auf 246,25 Pence.

EMI kämpft mit schweren Problemen und musste seit Jahresbeginn wegen schwacher CD-Verkäufe bereits zwei Mal die Prognosen senken. Der britische Konzern hat Künstler wie Robbie Williams und Norah Jones unter Vertrag und Vertreibt auch die Musik der Beatles.

Die "Financial Times" hatte zuvor berichtet, die Private-Equity-Tochter der US-Bank J.P. Morgan, One Equity, habe bereits Interesse angemeldet. Eine mögliche Offerte könnte EMI mit mehr als sechs Milliarden britischen Pfund (8,8 Milliarden Euro) bewerten, berichtet die Zeitung auf ihrer Internetseite.

Seitdem im vergangenen Jahr die Fusionsverhandlungen mit Warner Music  gescheitert waren, hätte eine Reihe von Kandidaten einen genaueren Blick auf EMI geworfen. So soll eine Gruppe um den früheren EMI-Chef Jim Fifield fünf Monate an einem Angebot gearbeitet haben, hieß es. Fifield habe dabei Rückendeckung der königlichen Familie von Katar erhalten. Die Gruppe habe sich aber im Februar zurückgezogen, kurz bevor der Konzern eine Gewinnwarnung ausgegeben hätte.

Auch Warner Music habe die Hoffnung auf eine Fusion mit dem Mitbewerber nicht aufgegeben, so die "FT" weiter. Erst im März hatte EMI eine Offerte der Amerikaner über 4,2 Milliarden Dollar in bar zurückgewiesen.

Ein weiteres Hindernis sind die Wettbewerbshüter der EU. Diese prüfen derzeit den geplanten Zusammenschluss der Bertelsmann-Musiksparte BMG mit Sony Music. Der Ausgang der Prüfung ist noch unklar. Viele EMI-Investoren setzten jedoch laut "FT" darauf, dass ein Zusammengehen mit Warner Music erfolge, sobald die EU ihre Wettbewerbsbedenken gegen Großfusionen in der Branche ausgeräumt hätte.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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