Windows-Alternative Linux erobert Japan

Um sich von Windows unabhängig zu machen, setzen immer mehr Computernutzer auf das offene Betriebssystem Linux. So auch in Asien: Ein Konsortium von mehr als zehn großen IT-Unternehmen, darunter Oracle und IBM, will Linux offenbar für den japanischen Markt verwenden.

Tokio - Im nächsten Monat beginne Oracle Japan, seine Produkte mit Linux auszuliefern, schreibt die japanische "Nikkei Business Daily" (Donnerstag). Hitachi , Hewlett-Packard (HP)  und Dell  sollen dem Vorbild folgen.

Dem Bericht zufolge ist NEC  ebenfalls Partner. Und auch Softwarehersteller wie NTT  hätten ihr Interesse bekundet. Dies wäre das erste Mal, dass sich IT-Firmen für die kostenlosen Anwendungen einsetzten.

Im März dieses Jahres hatte sich die japanische Regierung dafür ausgesprochen, stärker auf das offene Betriebssystem zu setzen. Eine vermehrte Nutzung des Microsoft-Produktes Windows, dessen Quellcode nicht einsehbar ist, könnte zu einer Abhängigkeit im Bereich der Systementwicklung führen, hieß es von Seiten des Ministeriums für Kommunikation. Momentan laufen 78 Prozent der japanischen Server mit Windows, 14 Prozent nutzen Linux.

Erst vor Kurzem hatte der Computerhersteller Dell angekündigt, wegen großer Kundennachfrage künftig auch Konsumenten Computer mit vorinstalliertem Linux-Betriebssystem anzubieten. Die PCs sollen mit der Linux-Version Ubuntu ausgestattet sein und noch Ende des Monats verfügbar sein, teilte das Unternehmen mit.

Derzeit steht das Unternehmen unter Druck vor allem wegen der starken Konkurrenz von HP. Der Rivale hatte den texanischen PC-Bauer gemessen an Marktanteilen bereits zwei Quartale in Folge weltweit auf den zweiten Platz verwiesen. Im Februar startete Unternehmenschef Michael Dell unter dem Namen "Idea Storm" eine Internetseite, in der Konsumenten ihre Ideen und Wünsche zu künftigen Computern und Computerprodukten angeben können.

Für Unternehmen bietet Dell bereits seit einiger Zeit Rechner mit Linux an. Auch Konkurrent HP hat einige PCs mit dem alternativen Betriebssystem im Programm, die das Unternehmen allerdings vorwiegend in Lateinamerika oder China verkauft.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx

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