Oracle/SAP PR-Schlacht der Softwaregiganten

Der Streit zwischen dem amerikanischen Softwarekonzern Oracle und SAP um angebliche Industriespionage wird immer mehr zur PR-Schlacht. Die Amerikaner stellten nun öffentlichkeitswirksam bei einem amerikanischen Gericht Antrag auf Beweissicherung.

San Franciso/Walldorf - Der amerikanische Softwarekonzern Oracle  will seinen deutschen Konkurrenten SAP  im Streit um angebliche Industriespionage per Gericht zur Beweissicherung zwingen. Der Datenbankspezialist hat dazu bereits am Montag einen entsprechenden Antrag bei einem Bezirksgericht in San Francisco eingereicht. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass wichtige elektronische Beweisstücke vernichtet werden könnten, heißt es in dem Gerichtsantrag. Auf eine entsprechende Aufforderung vor sechs Wochen habe das Unternehmen von SAP bis heute keine Reaktion erhalten.

SAP erklärte dazu am Mittwoch in Walldorf, Oracles Taktik scheine mehr von PR-Zwecken bestimmt zu sein als von der Lösung juristischer Belange. SAP wolle sich an die Regeln halten und alle juristischen Voraussetzungen in diesem Zusammenhang erfüllen.

Der nun von Oracle vorgebrachte Vorgang werde normalerweise im Vorfeld von den Beteiligten informell geklärt.

Oracle hat SAP Ende März wegen Diebstahls geistigen Eigentums verklagt. Der US-Konzern wirft dem deutschen Unternehmen aus Walldorf vor, es habe sich wiederholt unerlaubten Zugang zu einer Kunden-Website von Oracle verschafft und dort "Tausende Softwareprodukte" und anderes vertrauliches Material herunter geladen.

Im Ergebnis hat SAP eine illegale Bibliothek von Oracles urheberrechtlich geschütztem Software-Code und anderem Material gesammelt", heißt es in der Klage.

Oracle und SAP stehen seit Jahren in einem erbitterten Wettbewerb im Markt für Unternehmenssoftware.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.